Ehe und Familie: Gegen "Tunnelblick". Kardinal Schönborn und Familienbischof Küng wehren sich gegen Einschränkung des Familienthemas.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 27. Oktober 2014 (09:22)
NOEN, ERICH MARSCHIK
Bischof Klaus Küng

Mittlerweile liegt der Abschlussbericht der außerordentlichen Familiensynode in Rom vor. Und sowohl Kardinal Christoph Schönborn, der teilgenommen hatte, als auch Familienbischof Klaus Küng aus St. Pölten reagierten positiv darauf, wie dort mit dem Thema „Ehe und Familie“ umgegangen worden ist. Beide sprachen sich auch gegen den öffentlichen „Tunnelblick“ (Schönborn) aus, das Thema auf Problemfelder wie wiederverheiratete Geschiedene und Homo-Partnerschaften zu reduzieren. Wobei auch diese Punkte behandelt wurden.

"Realistische Bestandsaufnahme"

Der Kardinal wies nach seiner Rückkehr auf weltweit feststellbare Bestrebungen hin, „das, was Familie hält, abzubauen“. Deswegen sei es schon allein ein Gewinn, dass sich die Kirche mit der Synode so deutlich dieses Themas angenommen habe. Die realistische Bestandsaufnahme dazu sei weitgehend erfüllt worden.

Bischof Klaus Küng zur Familiensynode: „Der Weg der Kirche geht über die Familie. Sie gehört in die Mitte der Seelsorge. Das kommt im Abschlussdokument sehr gut zum Ausdruck.“ Im Abschlussbericht spüre man auch den Geist der „pastoralen Umkehr“, die Papst Franziskus von allen Gläubigen – gleichgültig ob Kleriker oder Laien – erwarte: Dass auf alle Menschen ohne Ausnahme mit Liebe zugegangen werde.

"Große Einheit unter Synodenteilnehmern"

Küng: „Insgesamt lässt das vorliegende Dokument im Gegensatz zu dem von manchen Medien vermittelten Eindruck eine beachtlich große Einheit unter den Synodenteilnehmern erkennen. Einige Punkte, in denen bei der Synode keine Einheit erzielt werden konnte, bedürfen der Weiterführung und Vertiefung.“

Die ordentliche Bischofssynode wird im Oktober 2015 in vergrößerter Zusammensetzung stattfinden. Bis dahin wünscht sich Kardinal Schönborn, dass die Bischöfe für die vielfältige Realität von Beziehung und Familien Augen und Ohren öffnen.