Betriebe müssen keine Tourismusabgabe zahlen. Insgesamt 10 Millionen Euro nimmt das Land NÖ jedes Jahr durch den sogenannten Interessentenbeitrag ein. Die Abgabe wird heuer ausgesetzt, 20.000 Betriebe profitieren davon. Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund begrüßen die Entscheidung als „wichtigen Schritt zur Entlastung der Betriebe insbesondere im Tourismus“.

Von Daniel Lohninger. Update am 14. Februar 2021 (20:43)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner kündigt an, dass die Tourismusabgabe auch in diesem Jahr ausgesetzt wird
NLK Burchhart

Bis zu 2.300 Euro zahlen jene 20.000 Betriebe, die mit dem Tourismus in Verbindung stehen, jährlich als Interessentenbeitrag. Hotels, Restaurants, Fremdenführer, aber auch Bäckereien und Gärtnereien zahlen diesen Beitrag, der für die Weiterentwicklung des Tourismus in den Gemeinde reinvestiert wird. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko und Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker verkünden nun, dass dieser Betrag heuer so wie im Vorjahr nicht eingehoben wird. Beschlossen wird dieser Schritt in der nächsten Landtagssitzung.

"Mit dieser Maßnahme setzen wir ein wichtiges Signal für 20.000 niederösterreichische Betriebe, die im Zuge der Corona-Krise mit großen Herausforderungen konfrontiert sind", begründet Mikl-Leitner die Entscheidung. Der Betrag sei zwar je Betrieb nicht besonders hoch, es gehe aber nicht zuletzt auch darum, ein Zeichen für die Unterstützung der von der Krise besonders schwer getroffenen Tourismusbranche zu setzen. Zugleich kündigt Schleritzko an, dass den Gemeinden dieser Betrag vom Land ersetzt werde - und damit die touristische Infrastruktur vor Ort weiter verbessert werden kann.

Niederösterreichs Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP)
NLK Pfeiffer

Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Jochen Danninger ergänzt: „Jeder einzelne Euro mit dem wir unsere Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe entlasten, trägt dazu bei, dass diese gestärkt aus der Krise hervorgehen.“ In Kombination mit weiteren Maßnahmen, unter anderem neuer Förderschienen für Investitionen in Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe nach dem Auslaufen der Investitionsprämie des Bundes sowie verstärkten Marketingmaßnahmen der Niederösterreich Werbung zeigt er sich überzeugt, dass „die Tourismuswirtschaft in Niederösterreich zu jenen Branchen gehören wird, die den Aufschwung nach der Überwindung der Pandemie am deutlichsten spüren wird.“

Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker freut sich über die Entlastung von 20.000 Betrieben
Franz Baldauf

Für die Betriebe sei die Aussetzung des Beitrags eine Notwendigkeit, betont auch Wirtschaftskammerpräsident Wolfgang Ecker: „In einer Zeit, in der die Tourismuswirtschaft in Niederösterreich komplett stillsteht, wäre es fahrlässig, eine Tourismusabgabe wie in Vorkrisenzeiten weiter einzuheben."

Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus begrüßt die Ankündigung des Landes, die Tourismusabgabe auszusetzen
Wirtschaftsbund NÖ

Und Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus ergänzt, dass der Entfall der Abgabe auch Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie Dienstleister, die nicht direkt mir dem Tourismus zu tun haben, entlaste: „Wir freuen uns, dass das Anliegen des NÖ Wirtschaftsbundes aufgenommen wurde und die Entlastung der Unternehmerinnen und Unternehmer umgesetzt wird."