Jazz Gitti: Tanz-fit trotz OP. Vor einigen Jahren erhielt Jazz Gitti künstliche Kniegelenke. Dennoch tanzte sie sich durch Dancing Stars.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 15. August 2017 (02:42)
NÖN
Moderne Operationsmethoden und eine positive Einstellung – damit geht mehr, als man denkt, wie Jazz Gitti, deren Knie von Gerhard Anderl (l.) und Michael Anderl operiert wurden, zeigt.

„Ich hatte irrsinnige Schmerzen“, erinnert sich Jazz Gitti. Da halfen auch Spritzen und Physiotherapie irgendwann nicht mehr. Eine Operation stand im Raum. Eine solche aber hätte bedeutet: „Out of Order für ein Jahr“, so Jazz Gitti. Das zumindest war es, was sie immer wieder zu hören bekam. Und das ging gar nicht, so ausgebucht wie sie ist.

Dann aber traf sie auf den Facharzt für Orthopädie Gerhard Anderl aus Wr. Neustadt. Beim Untersuchungstermin meinte er: sechs Wochen. Selbst die schienen anfangs schwierig. Dann aber entfiel ein Termin, und schon lag Jazz Gitti am Tag vor Weihnachten am Operationstisch. So richtig Ruhe geben, das schaffte sie bei der Rehabilitation in Moorbad Harbach aber nicht ganz. Ein kleiner Ausflug zu einer Firmenfeier musste sein. Wobei: „Tanzen durfte sie nicht“, betont Anderl. Daran hielt sie sich auch. Wie an die anderen Anweisungen ihres Arztes. Kurz später brauchte sie eine Wirbelsäulen-Operation, ein Jahr später bekam das zweite Knie ein neues Gelenk. Dieses Mal von Michael Anderl, Anderls Sohn.

„Normalerweise sind die Leute froh, wenn sie wieder schmerzfrei gehen können“, verrät Gerhard Anderl. Jazz Gitti aber ging nicht nur, sie tanzte sich bei Dancings Stars bis zur achten Sendung.

Gut trainiert und positiv eingestellt

Wie das möglich ist? „Sie war super trainiert, daher hatten wir keine Bedenken“, erzählt Michael Anderl. Eine Knie-Operation ist zwar kompliziert und Beschwerden können danach noch ein Jahr lang dauern. Doch moderne Knie-Eingriffe bieten gute Ergebnisse. Ein Vorteil ist etwa: „Wir können genau planen“, so Anderl. „Bei der Computertomografie wird alles genau vermessen, danach wird das künstliche Knie angefertigt.“ Wichtig ist auch, dass der Patient vor und nach der Operation muskulär stabilisiert ist. Von Sendung zu Sendung schaffte sie die Treppe besser. „Da sieht man, wie wichtig Training ist“, so Anderl. Vor allem aber: „Sie schaut nach vorne, ist immer positiv eingestellt, macht das, was man ihr sagt. Da sind die Prognosen wesentlich besser“, so Anderl.

Was Jazz Gitti anderen Betroffenen rät? „Wenn der Doktor sagt: Man braucht ein neues Knie. Dann soll man es auch machen.“ Ansonsten schädigen Fehlstellungen die Wirbelsäule. Zudem wirken sich Schmerzmedikamente auf Leber und Niere aus. Und: „Nicht zu lange warten, weil die muskuläre Ausgangssituation schlechter wird“, ergänzt Gerhard Anderl. Übrigens: Die aktuelle CD von Jazz Gitti heißt „Gib net auf!