Landwirtschaftskammer-Wahl: Bauernbund legt zu. Der NÖ Bauernbund erhielt bei der diesjährigen Wahl 85,01 Prozent der Stimmen - ein Plus von 1,29 Prozentpunkten.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 01. März 2020 (18:35)
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Künftig hat der NÖ Bauernbund damit 33 Mandate (bisher waren es 30). Der Unabhängige Bauernverband (UBV) schafft mit 8,73 Prozent ebenfalls den Einzug und hat künftig drei Mandate inne. Freiheitliche Bauernschaft und SPÖ-Bauern verpassen die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug.

Die Freiheitliche Bauernschaft kam auf 3,39 Prozent der Stimmen (minus 5,54 Prozentpunkte) und verliert damit sechs Mandate. Bei der letzten Wahl 2015 war die Freiheitliche Bauernschaft gemeinsam mit dem UBV angetreten. Die SPÖ-Bauern erhielten 2,87 Prozent der Stimmen (minus 1,94 Prozentpunkte).

Wahlbeteiligung zurückgegangen

Die Wahlbeteiligung lag heuer bei 53,01 Prozent, ist also um sechs Prozentpunkte zurückgegangen. 157.428 Personen waren heuer wahlberechtigt.

Für Johannes Schmuckenschlager war es die erste Wahl an der Spitze des NÖ Bauernbundes. Für den amtierenden Präsidenten der Landwirtschaftskammer NÖ ist das Plus für den Bauernbund ein „starkes Zeichen in schwierigen Zeiten“ und eine „große Auszeichnung“, wie er unmittelbar nach Verkündung des Wahlergebnisses gegenüber der NÖN betonte.

Es sei im Vorfeld schwierig gewesen abzuschätzen, wie die Wahl ausgehen werde, eben weil es einen neuen Kandidaten – den Unabhängigen Bauernverband – gegeben hatte. Herbert Hochwallner, Spitzenkandidat des Unabhängigen Bauernverbandes, zeigte sich „mächtig stolz auf sein Team“. Man wolle das Konzept der Landwirtschaft neu denken und diesen Weg „konsequent verfolgen“.

Peter Schmiedlechner, Spitzenkandidat der Freiheitlichen Bauernschaft, vermutet, dass Bürgerlisten aktuell bei den Wählern besser ankommen als etablierte Parteien. Außerdem habe das Ergebnis bei der Landwirtschaftskammer-Wahl in Niederösterreich vermutlich auch „mit den Problemen der FPÖ zu tun“. Diesmal habe es nicht gereicht, so Schmiedlechner. „Aber keine Sorge, wir kommen wieder.“

Ernst Wagendristel, Spitzenkandidat der SPÖ-Bauern, nimmt „das Ergebnis zur Kenntnis. Wir haben das Vertrauen nicht bekommen.“ Auch er vermutet, dass Unabhängige Listen aktuell bei der Wählerschaft besser ankommen. Zusammenhänge mit den Problemen der Bundespartei sieht der jedoch nicht. Mit diesem Ergebnis hat er jedenfalls „nicht gerechnet. Wir haben fest daran geglaubt, dass wir den Einzug schaffen.“

Reaktionen aus der Landes-ÖVP

„Gratulation an das Team des NÖ Bauernbundes rund um den Spitzenkandidaten zur NÖ Landwirtschaftskammerwahl Johannes Schmuckenschlager, NÖ Bauernbundobmann Stephan Pernkopf, dem NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek und allen Funktionärinnen und Funktionären, Mitgliedern und den Helferinnen und Helfern des NÖ Bauernbundes zum deutlichen ersten Platz bei der heutigen Landwirtschaftskammerwahl – sich auf diesem hohen Niveau noch einmal zu steigern ist sensationell. Damit ist der Bauernbund auch in Zukunft die starke Stimme für die Bäuerinnen und Bauern in Niederösterreich“, erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Das Team des NÖ Bauernbundes hat die letzten Wochen intensiv geworben um auch in den nächsten fünf Jahren die bestimmende Kraft in der NÖ Landwirtschaftskammer zu sein“, so VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner. Auch der NÖAAB gratulierte. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Bauernbund als starkem Partner“, so NÖAAB Landesobmann Wolfgang Sobotka. „Zuhören – Anpacken – Umsetzen, das gilt für Landwirtschaft wie für die Wirtschaft, für Klein- und Mittelunternehmen und bäuerliche Familienbetriebe. Dafür steht auch Johannes Schmuckenschlager. Herzliche Gratulation zum Erfolg“, so Wirtschaftsbund NÖ-Obmann Wolfgang Ecker.

NOEN

„Ich gratuliere Präsident Johannes Schmuckenschlager, Vizepräsidentin Andrea Wagner und Vizepräsident Lorenz Mayr sowie Obmann Stephan Pernkopf und Direktor Paul Nemecek zu einem beherzten Wahlkampf und dem Wahlergebnis“, so die Landesleiterin der Wir Niederösterreicherinnen-ÖVP Frauen Petra Bohuslav. Seniorenbund-Landesobmann, Präs. a. D. Herbert Nowohradsky erklärt: „Ich freue mich sehr, dass unsere mitgliederstärkste Teilorganisation wieder einen so fulminanten Erfolg einfahren konnte. Somit sind die Weichen für die nächsten fünf Jahre wieder gestellt und die Sicherheit und die Entlastung unserer Bauern ist weiterhin gewährleistet.“

Auch JVP-NÖ-Landesobmann und Landtagsabgeordneter Bernhard Heinreichsberger betont: „Der NÖ Bauernbund steht für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft, von der wir, die junge Generation, auch in Zukunft profitieren werden. Wir freuen uns daher sehr über den großen Zuspruch und werden auch in Zukunft ein enges Miteinander pflegen.“