Neues Integrationszentrum hat sich bewährt. Das Integrationszentrum unterstützt Migranten dabei, sich in NÖ zurecht zu finden.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:12)
Stefan Revelant leitet das Integrationszentrum Niederösterreich in St. Pölten.
ÖIF/Felicitas Matern

Vor fünf Jahren wurde das Integrationszentrum Niederösterreich in St. Pölten eröffnet. Dessen Kernaufgabe ist es, Flüchtlinge und Zuwanderer ab 15 Jahren bei der Integration zu unterstützen.

In den fünf Jahren hat sich viel getan, wie Zentrumsleiter Stefan Giovanni Revelant betont: Knapp 62.000 Beratungen wurden in Anspruch genommen, das mobile Angebot außerhalb der Landeshauptstadt wurde ausgebaut und die Arbeitsschwerpunkte ausgeweitet. Der Fokus liegt aktuell vor allem auf der Integration von Migranten im Arbeitsmarkt, auf der Förderung der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen sowie der Stärkung von freiwilligen Helferinnen und Helfern in der Begleitung von Migranten.

Enge Zusammenarbeit mit den Behörden

„Die Integrationsbereitschaft der Flüchtlinge in Niederösterreich ist recht hoch“, betont Revelant. Selbstläufer sei das aber keiner. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Behörden habe sich hier als wichtiger Hebel erwiesen: Denn wer seinen in der Integrationserklärung festgeschriebenen Verpflichtungen nicht nachkomme, habe in letzter Konsequenz mit finanziellen Einbußen zu rechnen.

Die aktuell größte Herausforderung ist es, das Schulungsangebot aufrechtzuerhalten. Jeder Flüchtling und Drittstaatsangehörige hat in seiner Integrationserklärung verpflichtende Kurse, die zu absolvieren sind. Das Problem: Viele haben weder Computer noch Laptop. Deshalb sind trotz Corona Präsenzkurse die erste Wahl – „selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Sicherheitsregeln“, wie Revelant hervorstreicht. Der Schwerpunkt des Schulungsangebotes liegt neben den „Wertekursen“ auf Deutschkursen und spezifischen Vertiefungskursen, die im Alltag helfen sollen. Hier geht es auch um vermeintlich Banales wie die Frage, wie das österreichische Gesundheitssystem funktioniert oder die Mülltrennung.

Für die Zukunft nimmt sich Revelant vor, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und vor allem Bereiche wie Frauenförderung und die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern zu stärken. Auch die mobilen Beratungen in den Regionen sollen weiter intensiviert werden.