Erste Kandidatenlisten sind nun fix. VP fixierte die Wahlreiskandidaten, SPÖ bereits die Landesliste. Von Martin Gebhart & Auch bei NEOS stehen die Namen fest.

Von Magdalena Binder. Erstellt am 11. Juli 2017 (02:25)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner präsentierten im Haus 2.1 inSt. Pölten die 84 Wahlkreiskandidaten der ÖVP. Derzeit sitzen neun Mandatare aus den Wahlkreisen im österreichischen Parlament.
Ramberger

Schön langsam stehen die Kandidatenlisten für die Nationalratswahl am 15. Oktober. Die ÖVP präsentierte in der Vorwoche ihre Wahlkreiskandidaten, die SPÖ bereits den Vorschlag für die Landesliste. Auf der sich überraschend an zweiter Stelle gleich hinter Bildungsministerin Sonja Hammerschmid Landesrat Maurice Androsch befindet. Bei den NEOS setzte sich im Voting in Niederösterreich der bisherige Nationalratsabgeordnete Nikolaus Scherak durch.

Doch der Reihe nach: Die ÖVP hatte fast alle ihrer Wahlkreiskandidaten – 12 pro Wahlkreis – vergangenen Freitag im Haus 2.1 versammelt. Dort präsentierte Landeshauptfrau und Landesparteiobfrau nochmals das spezielle Vorzugsstimmensystem: „Bei der letzten Nationalratswahl 2013 erzielten die Wahlkreiskandidaten der Volkspartei Niederösterreich über 130.000 persönliche Vorzugsstimmen, das sind etwas mehr als SPÖ, FPÖ und Grüne zusammen. Nur bei der Volkspartei NÖ gilt: eine Stimme ist ein Wahlpunkt, gibt es keinen Bonus, für diejenigen, die vorne gereiht sind, haben alle dieselben Chancen. Wer in unserer Partei ein Wahlkreismandat erhält, entscheiden ausschließlich die Bürgerinnen und Bürger und nicht die Gremien.“

Die Listen wurden übrigens im gewünschten Reißverschlusssystem – auf eine Frau folgt ein Mann und umgekehrt – erstellt. Über die Vorzugsstimmen kann dies allerdings ausgehebelt werden. Dennoch zeigte man sich zufrieden, dass in vier von sieben Wahlkreisen eine Frau an erster Stelle steht. Die Landesliste soll am 16. August stehen.

Hammerschmid vor Maurice Androsch

In der SPÖ-Zentrale stellte am selben Tag Landesparteivorsitzender Franz Schnabl bereits die Landesliste vor. An erster Stelle steht Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, die in der St. Pöltner SPÖ ihre politische Heimat gefunden hat, wie sie bei der Präsentation betonte. Dahinter auf den vorderen Plätzen sind Maurice Androsch, Ulrike Königsberger-Ludwig, Andreas Kollross, Karin Gorenzel, Peter Wittmann und Melanie Erasin aufgelistet.

Landesparteivorsitzender Franz Schnabl (m.) mit dem Spitzenquartett der SPÖ-Landesliste: Karin Gorenzl, Maurice Androsch, Sonja Hammerschmid, Andreas Kollross.
Käfer

Franz Schnabl zeigte sich bei der Präsentation erfreut, dass die Beschlüsse für die Liste einstimmig gefallen sind. „Ganz besonders freut es mich, dass wir Bundesministerin Sonja Hammerschmid gewinnen konnten, um diese politische Auseinandersetzung zu führen.“ Maurice Androsch wiederum versicherte, dass er seine landespolitische Erfahrung in den Nationalratswahlkampf einbringen werde. Die Ansage von Hammerschmid: „Mir geht es um ein chancengerechtes Niederösterreich, vom Kindergarten bis hin zur Pension.“

Einen Tag vor der Präsentation war noch spekuliert worden, dass Franz Schnabl selbst an zweiter Stelle antritt. Um den Nationalratswahlkampf im Hinblick auf die Landtagswahl zu nutzen. Schnabl zur NÖN: „Das stand nie zur Diskussion.“ Kurz wäre zwar überlegt worden, ob er so wie Walter Rosenkranz bei der FPÖ auch Spitzenkandidat auf der Landesliste sein soll. Aber: „Meine volle Konzentration gilt Niederösterreich.“

Nikolaus Scherak hat sich behauptet

NÖ Spitzenkandidat für die NEOS ist Nationalratsabgeordneter Nikolaus Scherak (r.). Auf dem 2. Platz landete Douglas Hoyos.
NEOS

Zu Ende ist auch die Vorwahl bei den NEOS. Auf Bundesebene präsentierten sich Matthias Strolz und Irmgard Griss als Spitzenduo. Für die NÖ Landesliste Mandatar Nikolaus Scherak und Herausforderer Douglas Hoyos (Bezirk Krems). Scherak konnte sich durchsetzen: „Ich freue mich darüber, dass ich die NEOS Niederösterreich auch bei dieser Nationalratswahl als Listenerster anführen darf.“