Essl: Kein Ankauf durch Land. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hat am Donnerstag eine klare Festlegung seitens des Landes NÖ im Zusammenhang mit der Kunstsammlung Essl getroffen.

Erstellt am 27. März 2014 (11:48)
NOEN, Arno Burgi (dpa-Zentralbild)
Erwin Pröll
"Kooperation selbstverständlich ja, Ankauf nein", sagte er am Rande eines Pressegesprächs zum Thema "Zukunftsperspektive für die NÖ Kulturlandschaft".

Kultur-Neustrukturierung "nicht neu aus dem Ärmel geschüttelt"

Pröll verwies dabei auch auf "viele Fragezeichen", die es gebe. Das gelte vor allem für die Zukunft des Unternehmens (bauMax). Karlheinz Essl hatte der Republik Österreich am Montag als Beitrag zur Sanierung der familieneigenen angeschlagenen Baumarktkette seine 7.000 Exponate umfassende Privatsammlung zum Kauf angeboten.

Laut Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) soll dazu am kommenden Mittwoch ein Runder Tisch stattfinden, zu dem u.a. auch Vertreter des Landes NÖ geladen sind.

Der Landeshauptmann merkte überdies an, dass die Neustrukturierung der Kulturlandschaft "nicht von einer Stunde auf die andere aus dem Ärmel geschüttelt" worden sei. Das Land beschäftige sich vielmehr "seit Jahren" damit. Damit sah er den "Verdacht ausgeräumt", dass die Situation um Essl Einfluss auf das Donnerstag-Pressegespräch genommen habe.

Team Stronach warnte vor angekündigtem Runden Tisch

Am Donnerstag trat auch die Secession gegen einen Ankauf der Essl-Sammlung durch den Bund auf. "Dass überhaupt in Erwägung gezogen wird, einen Betrag in der kolportierten Höhe von 86 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, sehen wir als Affront gegenüber den österreichischen Kunstinstitutionen", so der Vorstand der Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession in einer Aussendung: "Die Verlautbarung des Ehepaares Essl, die Sammlung würde die Vielfalt der österreichischen Kunstproduktion im internationalen Kontext der letzten Jahrzehnte repräsentieren, halten wir schlicht für anmaßend und unrichtig - großen Konvoluten einzelner KünstlerInnen stehen ebenso große Lücken gegenüber."

Auch das Team Stronach warnte vor dem angekündigten Runden Tisch. Er befürchte, dass ein Ankauf der Sammlung scheibchenweise schmackhaft gemacht werden solle, so Kultursprecher Marcus Franz in einer Aussendung.