Erstellt am 28. Februar 2017, 01:07

von Walter Fahrnberger

Verbraucherschlichtung: Gratis-Hilfe im Streitfall. 2016 wurden in NÖ 95 Probleme zwischen Firmen und Konsumenten geklärt. Service kommt nun in die Regionen.

Landeshauptmann-Stv. Karin Renner unterschrieb die Landesförderung 2017 für den Verein „Schlichtung für Verbrauchergeschäfte“ mit Obmann Hermann Germ (l.) und Geschäftsführer Simone Eder (r.).  |  Käfer

Im Jänner 2016 wurde auch in Österreich die verpflichtende EU-Richtlinie umgesetzt und eine Verbraucherschlichtungsstelle eingerichtet. Diese hilft bei Streitigkeiten mit Unternehmen. Als neutraler Vermittler unterstützt sie Konsumenten, aber auch Firmen dabei, Probleme gemeinsam zu lösen.

„Dieses Angebot ist kostenlos und soll vor allem den teuren Weg zum Gericht und Zeit sparen helfen“, betont Landeshauptmannstellvertreterin Karin Renner (SPÖ). Experten helfen dabei in verschiedensten Bereichen wie bei Gewährleistungs- und Garantiestreitigkeiten, Reiseproblemen, Streitereien mit Handwerkern, aber auch bei komplexen Fällen wie Fremdwährungskrediten und Versicherungen.

"Viele kennen unsere Einrichtung noch nicht"

Voraussetzung ist, dass der Konsument bereits versucht hat, mit der Firma seine Anliegen zu klären. Funktioniert das nicht, kommt die Verbraucherschlichtung zum Zug. Kommt es bei Stellungnahme samt Gegenvorschlag zu keiner Einigung, kann eine Schlichtungsverhandlung durchgeführt werden. „Eine solche Verhandlung wird bei uns unter anderem von Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss geführt“, erklärt Simon Eder, Geschäftsführer der Verbraucherschlichtung.

In Niederösterreich wurden im Vorjahr 95 Fälle im Schlichtungsverfahren abgeschlossen (österreichweit waren es 468). Dabei wurden knapp 79.000 Euro (Ö: 328.000 Euro) an die Konsumenten zurückgezahlt.

Für heuer hofft Hermann Germ, Obmann der Verbraucherschlichtung, auf eine noch größere Anzahl an Fällen: „Viele kennen unsere Einrichtung noch nicht und lassen viel Geld auf der Straße liegen.“ Deshalb will die Verbraucherschlichtung, die ihr Büro in Wien hat, auch regionale Sprechstunden anbieten. Denn in mehr als der Hälfte der Fälle, an denen sich die Unternehmen beteiligen, kommt es zur Einigung mit den Konsumenten. Finanziert wird das Service hauptsächlich vom Sozialministerium, der Sparte Bank & Versicherung der Wirtschaftskammer, dem Land NÖ (10.000 Euro) und weiteren Vereinsmitgliedern.

www.verbraucherschlichtung.at