Europa-Forum: "Ein starkes, europäisches Miteinander". Mit Kammermusik zur Einstimmung, Gästen von Politik bis Wirtschaft und von Ybbs bis zum Kosovo und einem einhelligen Plädoyer für mehr "Miteinander" hat Niederösterreichs Europa-Forum Wachau gestern seine 25. Jubiläumsausgabe am Kremser Campus eröffnet. Und heute am Göttweiger Berg weiterdiskutiert - über die Zukunft Europas.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 11. Juni 2021 (15:33)
Trafen heute, Freitag, zum zweiten Tag beim 25. Europa-Forum Wachau im Göttweiger Stift zusammen: Abt Columban Luser, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Außenminister Alexander Schallenberg, Westbalkan-Sondergesandter Miroslav Lajcak und Europarats-Generalsekretärin Marija Pejcinovic Buric (links) mit Kosovos Außenministerin Donika Gervalla-Schwarz und Europa-Forums-Präsident Martin Eichtinger.
NLK Pfeiffer

"Es ist nicht nur wegen des Geburtstages historisch", ist der Präsident überzeugt. "Es ist unglaublich, was hier möglich gewesen ist", meint der Europa-Journalist. "Machen wir einen neuen Anfang!", fordert der EU-Parlaments-Vize. "Mehr Gemeinsamkeit, weniger Egoismus!", wünscht sich die Gastgeberin.

Denn, da sind sich Landesrat Martin Eichtinger, Europa-Forums-Begleiter Paul Lendvai, Europa-Parlamentarier Othmar Karas und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner einig: Dieses Europa-Forum, das gestern, Donnerstag, erstmals in der Aula der Kremser Donau-Uni seine Pforten geöffnet hat und noch bis morgen, Samstag, auf und um die Kaiserstiege im Göttweiger Stift weitergeht, ist ein besonderes. 

Titel: "Heading for New Horizons"

Zum 25. Mal traf und trifft man sich auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene zum Austausch und zum Ausblick. Schließlich hat Europa-Forums-Präsident Martin Eichtinger die Jubiläumsausgabe auch mit "Heading for New Horizons", also in etwa der "Suche nach neuen Horizonten" überschrieben. Und die neuen Horizonte nicht nur mit Außenministern (dem österreichischen Alexander Schallenberg, dem slowenischen Anze Logar, der kosovarischen Donika Gervalla-Schwarz), Europaministern (der österreichischen und dem irischen) und EU-Kommissarinnen (für Gesundheit, Stella Kyriakides, in Krems per Videoschaltung, für Demokratie, Dubravka Suica, in Göttweig vor Ort) gesucht. 

Die neuen Horizonte suchte man aber auch mit Firmengründern wie myAbility-Chef Gregor Demblin oder Plastic Bank-CEO David Katz, mit Österreichs Gesundheitskassen-General Bernhard Wurzer, Niederösterreichs Gesundheitsagentur-Vorstand Konrad Kogler, Industriellenvereinigungs-Präsident Thomas Salzer, Verbund-Vorstandschef Michael Strugl oder Flughafen-Vorstandsdirektor Günter Ofner. Sie alle diskutierten gestern, Donnerstag, am Campus Krems über ein "gesundes" und ein "grünes Europa" und trafen sich am Abend noch zu einem Europa-Forum-Salon zum Thema Wirtschaft.

Gruppenbild mit Uni: Europa-Forums-Präsident Martin Eichtinger mit EU-Parlaments-Vizepräsident Othmar Karas, Donau-Uni-Rektor Friedrich Faulhammer und Karl-Landsteiner-Uni-Rektor Rudolf Mallinger am Eröffnungstag des 25. Europa-Forum Wachau gestern, Donnerstag, am Campus Krems.
Gruppenbild mit Uni: Europa-Forums-Präsident Martin Eichtinger mit EU-Parlaments-Vizepräsident Othmar Karas, Donau-Uni-Rektor Friedrich Faulhammer und Karl-Landsteiner-Uni-Rektor Rudolf Mallinger am Eröffnungstag des 25. Europa-Forum Wachau gestern, Donnerstag, am Campus Krems.
 
Erich Marschik

Special guest: Martin Eichtinger mit Journalismus-Doyen Paul Lendvai, der schon das erste Europa-Forum anno 1995 moderiert hatte und beim 25. Europa-Forum als Ehrengast geladen war.
Erich Marschik

: Geburtstagsgeschenk: Martin Eichtinger mit der 96 Seiten starken Jubiläumsfestschrift zum Jubiläumsforum, herausgegeben von Paul Lendvai.
 
Erich Marschik

Ehrengeschenk: die erste Festschrift für den Ehrengast.
Erich Marschik

Eröffnungsrede: "25 Jahre sind etwas ganz Besonderes", so Paul Lendvai.
Erich Marschik

Workshops zu Regionalität und Kommunikation

Um die heuer aus der Taufe gehobene "Konferenz zur Zukunft Europas", um Bürgerbeteiligung und Demokratie, aber auch um Perspektiven etwa für Europas Westbalkan-Staaten ging es heute, Freitag Vormittag im Göttweiger Stift, bevor man sich am Nachmittag online zu zwei Workshops zur Regionalität und zur Kommunikation traf. "Wir brauchen", so Europa-Forums-Präsident Martin Eichtinger in seiner Eröffnungsrede, "wir brauchen ein Europa, das große Fragen angeht und regionale Lösungen ermöglicht." Und, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner weiter: "Mehr von unserem Miteinander-Geist würde auch ganz Europa guttun. Das ist mein Wunsch an Europa." 

Für morgen, Samstag, den traditionellen "Kanzler-Tag" haben sich am Göttweiger Berg Bundeskanzler Sebastian Kurz und EU-Finanz-Kommissar Johannes Hahn angesagt, online soll auch Star-Ökonom Jeffrey Sachs zum Thema Zukunftsperspektiven mitreden. "Es reicht nicht", so Europa-Ministerin Karoline Edtstadler, "die Probleme von heute zu lösen. Es braucht Visionen für morgen!"