NÖN-Sonntagsfrage: ÖVP rutscht auch in NÖ ab, NEOS und Grüne holen auf

Erstellt am 27. September 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
NÖ-Wahl Symbolbild
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Foto: Stockphotos RBL, pics five/Shutterstock.com
Laut NÖN-Umfrage würden bei der NÖ Landtagswahl nur mehr 39 Prozent die ÖVP wählen. Die Absolute von 2018 ist in weiter Ferne. SPÖ und FPÖ sind stabil.
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Wie zu erwarten war, hat die Landtagswahl in Tirol am vergangenen Sonntag für eine gravierende Machtveränderung im westlichen Bundesland gesorgt. Die dominierende ÖVP rutschte um knapp zehn Prozentpunkte auf 34,7 Prozent ab. Das große politische Erdbeben – ein Abrutschen unter die 30-Prozent-Marke – blieb für Platter-Nachfolger Anton Mattle aber aus. Auf Platz zwei landeten in Tirol die Freiheitlichen, die damit die SPÖ überholten.

Besonders gespannt blickte man auch in Niederösterreich auf diese Wahl. Denn auch hierzulande gab es Tendenzen, wie nun in Tirol, die Wahl vorzuverlegen. Mittlerweile ist jedoch klar, dass der NÖ Landtag nicht vor Jänner 2023 neu gewählt wird. Die nächsten Landtagswahlen finden jedenfalls in Niederösterreich statt.

Wie die Wahl ausgegangen wäre, hätte auch Niederösterreich am vergangenen Sonntag zu den Urnen gebeten, zeigt die aktuelle Umfrage, die das niederösterreichische Meinungsforschungsinstitut IFDD („Institut für Demoskopie und Datenanalyse“) im Auftrag der NÖN durchgeführt hat.

NÖ-Wahl Symbolbild NÖN-Sonntagsfrage
NÖN-Sonntagsfrage
Foto: Foto: Simlinger/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Gastegger

Um bei der Sonntagsfrage dieses Mal noch validere Daten zu generieren, hat IFDD erstmals in Niederösterreich mit Telemark von Robert Sobotka (er ist nicht verwandt mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka von der ÖVP) zusammengearbeitet, der auch die Erhebungen für die Statistik Austria durchführt. 1.000 Personen wurden online befragt, 400 durch Telemark telefonisch. 1.050 Personen haben sich bei der Frage, wen sie am Sonntag in Niederösterreich wählen würden, klar deklariert.

Haselmayer: „Der 40er wird der neue 50er für die ÖVP“

Dabei kam die Volkspartei Niederösterreich zwar wieder klar auf Platz eins, rutschte aber erstmals unter die 40-Prozent-Marke auf 39 Prozent. Damit würde die Partei von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Vergleich zur Wahl 2018 (wie in Tirol) rund zehn Prozent einbüßen. Es wäre ein historischer Tiefstand. Noch nie in der Zweiten Republik hatte die ÖVP bei einer Landtagswahl in Niederösterreich weniger als 44 Prozent der Wähler hinter sich.

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Johanna Mikl-Leitners ÖVP liegt klar in Front, aber erstmals unter 40 Prozent.
Foto: Gleiß

„Die Volkspartei in Niederösterreich wird hier in die katastrophale Unruhe auf Bundesebene mithineingezogen, schlägt sich aber noch sehr gut“, analysiert Studienautor Christoph Haselmayer vom IFFD. Seiner Meinung nach wird der „40er“ beim Ergebnis für die ÖVP in Niederösterreich der neue „50er“ werden. Der Bonus der Landeshauptfrau hätte laut dem Experten aber noch einen größeren Absturz verhindert.

Auf Platz zwei landet die SPÖ mit 25 Prozentpunkten, dahinter liegen die Freiheitlichen mit 16 Prozent. Beide lagen bei der letzten NÖN-Umfrage im Juli dieses Jahres sogar um einen Prozentpunkt besser. Damals kam die ÖVP auf 41 Prozent. Im Vergleich zur Wahl 2018 legen SPÖ und FPÖ allerdings zu.

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Franz Schnabl bleibt mit der SPÖ NÖ stabil auf 25 Prozent.
Foto: Marschik

Das gelang auch den beiden Kleinparteien Grüne und NEOS. Mit jeweils zwei Prozentpunkten mehr als bei der Juli-Umfrage rangieren sie nun bei acht Prozent (die jeweiligen Schwankungsbreiten der Partei-Ergebnisse sind in der Grafik angeführt). Keine Rolle spielt aktuell die MFG. Mit nur drei Prozent an Wählerstimmen würde sie den Einzug in den NÖ Landtag verpassen.

Mikl-Leitner führt Relevanzindex klar an

Beim erstmals durchgeführten Relevanzindex, bei dem abgefragt wurde, wer in Zukunft weiterhin eine wichtige bzw. eine noch wichtigere Rolle im Land spielen sollte (drei Nennungen waren möglich), ist die Landeshauptfrau mit 32 Prozent der Nennungen klar voran. Dahinter folgen SPÖ-Chef Franz Schnabl (18), FPÖ-Chef Udo Landbauer (14) und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (10) von der ÖVP.


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