Landesräte nehmen AMS in die Pflicht. Die beiden niederösterreichischen ÖVP-Landesräte Jochen Danninger und Martin Eichtinger haben am Samstag den Fachkräftemängel beklagt und das AMS in die Pflicht genommen.

Von NÖN Redaktion. Update am 02. Juli 2021 (15:07)
Symbolbild AMS
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APA (Pfarrhofer)

Die ÖVP-Landesräte Jochen Danninger und Martin Eichtinger haben kürzlich den Fachkräftemängel beklagt und das Arbeitsmarktservice in die Pflicht genommen. Die Einhaltung der Zumutbarkeitsbestimmungen müsse „auf Punkt und Beistrich“ kontrolliert werden, forderten die Landesräte. Außerdem setzen sie sich für eine grundsätzliche Reform des Arbeitslosengeldes ein. Diskutiert werden sollen vor allem Fragen eines degressiven Arbeitslosengeldes, der Zuverdienst-Möglichkeiten während der Arbeitslosigkeit und der Zumutbarkeitsbestimmungen.

Jochen Danninger
Jochen Danninger
NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)

„Während der Krise war es richtig, die Zumutbarkeitsbestimmungen für arbeitslose Personen flexibler zu handhaben. Doch nun brauchen wir für den Aufschwung wieder jede verfügbare Arbeitskraft“, heißt es in einer Aussendung Eichtingers. Daher sei die strenge Kontrolle der geltenden Zumutbarkeitsbestimmungen nun nötig. „Hier muss seitens des AMS sofort gehandelt werden. Die Mobilität der Arbeitnehmer sollte auf Basis der geltenden Regelungen forciert werden.“

Das AMS NÖ informiert auf NÖN-Rückfrage, dass allein im Mai 409 Mal das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe wegen Arbeitsverweigerung oder -vereitelung gestrichen wurde. Das sei österreichweit die größte Zahl an Sperren und eine Steigerung um 5.000 Prozent gegenüber Mai 2020, als das Ministerium diese Sanktionen pandemiebedingt ausgesetzt hatte.

Martin Eichtinger
Martin Eichtinger
Monihart

„Unsere Vermittlungsdrehscheibe surrt auf Hochtouren: Die Berater_innen haben im Mai um 17,3 Prozent mehr Vermittlungsvorschläge als im Mai des Vorkrisenjahres 2019 ausgegeben. Die Aktivitäten des AMS schlagen sich auch in verstärkten Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit nieder: um 30 Prozent mehr als im Mai 2019 und nach dem Burgenland die zweithöchste Steigerung. Gleichzeitig wurden im Mai 5.744 freie Stellen mit einer Arbeitskraft besetzt“, sagt AMS-NÖ Chef Sven Hergovich.