Update am 11. Januar 2017, 11:09

Wirbel um Pröll-Stiftung. Eine von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) mit Spendengeldern zu seinem 60. Geburtstag dotierte Privatstiftung ist - wie der ORF Niederösterreich berichtet - neuerlich ins mediale Blickfeld gerückt.

Symbolbild

Die Zeitung „Falter“ berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Dr. Erwin Pröll Privatstiftung und schreibt von Intransparenz. Der Sprecher des Landeshauptmanns sagt, dass die Stiftung korrekt gegründet und gemeinnützig sei.

Die Dr. Erwin Pröll Stiftung hat nach Angaben der Wochenzeitung „Falter“ 1,35 Millionen Euro Subvention erhalten, 300.000 Euro seien ausbezahlt worden. Die Zeitung beruft sich auf Akten der Niederösterreichischen Landesregierung. Laut diesen sei die Stiftung 2007 gegründet worden, nachdem Pröll zum 60. Geburtstag von Spendern 150.000 Euro erhalten habe. Das Privatvermögen sei in eine Privatstiftung transferiert worden. In der Landesregierung seien im Laufe der Jahre Förderungen in der Höhe von 1,35 Millionen Euro einstimmig beschlossen worden.

In der Wochenzeitung „Falter“ kritisiert dessen Chefredakteur Florian Klenk, dass der Stiftungsvorstand, zu dem Erwin Pröll gehöre, über das Stiftungsvermögen verfügen kann, ohne gegenüber der Öffentlichkeit Rechenschaft ablegen zu müssen.

Stiftungsziel: Akademie für ländlichen Raum

Der Sprecher von Landeshauptmann Pröll, Peter Kirchweger, weist - wie der ORF Niederösterreich berichtet - darauf hin, dass es sich um eine mit Privatspenden korrekt gegründete gemeinnützige und allgemein bekannte Stiftung handle, die per Beschluss der Landesregierung jährlich gefördert wird.

Ziel dieser Stiftung sei eine Akademie für den ländlichen Raum. Die dafür vorgesehenen beschlossenen öffentlichen Gelder liegen in voller Höhe unangetastet auf Konten des Landes und der Stiftung. Die Stiftung werde jährlich von einem gerichtlich bestellten unabhängigen Stiftungsprüfer geprüft, so Kirchweger.

Von einer „Aufregung, die ich nicht nachvollziehen kann“, sprach am Dienstag der Wirtschaftsprüfer Walther Schnopfhagen. Er ist „seit Jahren“, wie er betonte, der Stiftungsprüfer der Privatstiftung Erwin Prölls.

Man habe mit 150.000 Euro begonnen, erläuterte Schnopfhagen auf APA-Anfrage. Gefolgt sei eine Zustiftung mit 300.000 Euro aus öffentlichen Geldern, die „zur Gänze vorhanden“ seien. Zum Großteil verwendet worden seien hingegen die ursprünglichen 150.000 Euro. Bedürftige, Kinder wie Erwachsene und Einrichtungen seien „ausschließlich“ aus diesen Geldern gefördert worden.