Faymann-Fans ließen es im Festzelt krachen. Trachten, Bier und Volksmusik und mittendrin der Bundeskanzler - das kann im Sommer 2013 nur eins bedeuten: Wahlkampf. Die "Kanzlertour" von SPÖ-Chef Faymann machte am Freitag Station beim Mühlviertler Volksfest.

Erstellt am 16. August 2013 (17:46)

Die roten Anhänger nutzten die Gelegenheit weidlich, mit dem Kanzler auf Tuchfühlung zu gehen.

Er bedankte sich mit unermüdlichem Posieren für Fotos und signierte nicht nur bereitwillig unzählige Autogrammkarten, sondern auch das eine oder andere T-Shirt. Oberösterreichs SPÖ-Obmann Ackerl hat schon recht, wenn er meint: Faymann ist "manchmal sehr liab", wird sich da so mancher Fan gedacht haben.

Volksfest-Programmpunkt in "schwarzer" Stadt

Die oberösterreichische Messestadt ist zwar schwarz, das hinderte die SPÖ aber nicht daran, sich im traditionellen Mühlviertler Volksfest quasi einzumieten und somit offizieller Programmteil zu werden - zugleich der offizielle Schlusspunkt der "Kanzler-Tour".

500 bis 600 Anhänger aus ganz Oberösterreich waren laut Parteiangaben gekommen, um Faymann, unterstützt von Ackerl, Nationalratspräsidentin Prammer (SP-Spitzenkandidatin im Land) sowie Gesundheitsminister Stöger, nach eigenem Bekunden leidenschaftlicher Mühlviertler, zu erleben.

Das Ganze wurde schon insofern eine ziemlich "herzige" Veranstaltung, als die SPÖ große rot-weiß-rote Papp-Herzen verteilte, auf der man "Mit Herz und Courage für Österreich" sein konnte oder aber auch "Steuerpatriot". Entsprechende Aufkleber fanden ebenfalls reißenden Absatz.

"Hoch den Krug" und dezenter Jubel

Die Stimmung war anfangs erwartungsvoll, wurde ausgelassen, als die Edlseer ihre ersten Nummern zum Besten gaben ("Rot-weiß-rot sind unsere Fahnen"... "Hoch den Krug") und artete in dezenten Jubel aus, als Faymann einzog.

Geradezu überschwänglich denn auch Ackerls Eingangsworte, berücksichtigt man, dass er immer wieder gern Richtung Wien grantelt. Faymann führe das Land sicher und gerecht, und sei "manchmal sehr liab, ab und zu ein bisserl streng", letzteres etwa in den Verhandlungen ums Lehrerdienstrecht. Nach Ackerls Ansicht offenbar die richtige Mischung.

Faymann selbst hatte sich da nach Ackerls Vorbild im drückend heißen Festzelt schon längst der Krawatte entledigt und beschwor in seiner Rede eine "Richtungsentscheidung" für die Nationalratswahl am 29. September, gegen Schwarz-Blau, für soziale Sicherheit, Arbeitsplätze und generell eine gute Zukunft "für dieses wunderschöne Land".

Dem wurde eifrig akklamiert, doch ein Großteil der SPÖ-Anhänger, viele vom Pensionistenverband, wollten nur eines: dem Kanzler nahe sein.