Faymann fordert bundesweiten Lehrlingsfonds. Bundeskanzler Faymann (SPÖ) will in der nächsten Legislaturperiode einen österreichweiten Ausbildungsfonds für Lehrlinge einführen. Dieser Fonds solle sich am in Vorarlberg praktizierten Modell orientieren. Das wolle er in die Regierungsverhandlungen - nach der Wahl - einbringen, kündigte Faymann in den "Vorarlberger Nachrichten" (Freitagsausgabe) an.

Erstellt am 19. Juli 2013 (14:45)

Der Vorarlberger Ausbildungsprämienfonds der Elektro- und Metallindustrie sei ein "Best-practice-Beispiel": Dabei zahlen alle Mitgliedsbetriebe 0,24 Prozent der Bruttolohnsumme in den Fonds ein und jene, die Lehrlinge ausbilden, bekommen eine Prämie ausbezahlt. "Dieses Modell ist vorbildlich. Das kann ich mir gut für ganz Österreich vorstellen", so der Kanzler in den "VN".

Österreich habe bereits EU-weite Vorbildwirkung in Sachen Jugendbeschäftigung, etwa durch die Ausbildungsgarantie und die duale Ausbildung, ergänzte Faymann in einer Aussendung. Durch die beste Ausbildung für die Jungen seien Österreichs Fachkräfte "top qualifiziert", das brächte Vorteile bei Wettbewerbsfähigkeit und Know-how.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos ergänzt in einer Aussendung, dass durch einen österreichweiten Lehrlingsfonds um ein Drittel mehr als bisher, rund 227 Mio. Euro, für die Lehrstellenförderung zur Verfügung stünden. Ein Lehrlingsfonds stelle sowohl für Unternehmen als auch für Lehrlinge eine Win-Win-Situation dar.

Vertreter der heimischen Wirtschaftstreibenden und Industrie warnen unterdessen davor, dass es durch die von Faymann geforderte Einführung eines österreichweiten Ausbildungsfonds für Lehrlinge zu einer Verteuerung der Lohnnebenkosten kommen könnte. "Das Gegenteil ist notwendig", betonte WKÖ-Generalsekretärin Maria Hochhauser am Freitag in eine Presseaussendung. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer stellt die "Freiwilligkeit" in den Vordergrund.