Faymann gegen "Österreich-Dienst" bei Wehrpflicht. Die ÖVP hat sich mit ihrem Konzept zur Bundesheer-Reform eine vorzeitige Absage bei der SPÖ geholt. Bundeskanzler Faymann lehnt den vom Koalitionspartner erdachten "Österreich-Dienst" im Interview mit der Tageszeitung "Österreich" ab - "weil sowohl das Bundesheer als auch die Katastrophenhilfe eine Sache für Profis ist". Faymann beharrt zudem weiterhin auf die Abschaffung der Wehrpflicht.

Erstellt am 28. August 2011 (14:53)

Die ÖVP hat sich mit ihrem Konzept zur Bundesheer-Reform eine vorzeitige Absage bei der SPÖ geholt. Bundeskanzler Faymann lehnt den vom Koalitionspartner erdachten "Österreich-Dienst" im Interview mit der Tageszeitung "Österreich" ab - "weil sowohl das Bundesheer als auch die Katastrophenhilfe eine Sache für Profis ist". Faymann beharrt zudem weiterhin auf die Abschaffung der Wehrpflicht.

Verteidigungsminister Darabos werde eine Heeresreform in die Wege leiten, "die das eindeutige Ziel Berufsheer hat". "Was soll das für einen Sinn haben, jetzt alle jungen Männer beim Katastrophendienst dilettieren zu lassen?", lauten die Argumente Faymanns gegen den im ÖVP-Konzept für die Heeresreform enthaltenen "Österreich-Dienst". Vizekanzler Spindelegger setzt trotz Absage des Koalitionspartner weiterhin auf seinen Vorschlag. Eine Abschaffung der Wehrpflicht werde es nicht geben.

Bereits Tags zuvor hatte Faymann via "Kronen Zeitung" versucht, den Druck in der Wehrpflicht-Debatte zu erhöhen: "Die Volksabstimmung über die Abschaffung sollte lieber früher als später kommen."

Auch zum Thema Vermögenssteuer meldete sich der Bundeskanzler zu Wort. In der Tageszeitung "Österreich" schlug er vor, Vermögen ab einer Mio. Euro zu besteuern. Er wünscht sich eine Steuerreform für den Mittelstand: "Es müssen die Einkommen zwischen 2.000 und 4.000 Euro deutlich entlastet werden." Vizekanzler Spindelegger erteilte dem Kanzler-Vorschlag postwendend eine Abfuhr. Eine Vermögenssteuer sei" ganz sicher nicht" denkbar.