Faymann: "Vorwürfe gehen ins Leere". Bundeskanzler Faymann weist die jüngsten Anschuldigungen zu Asfinag-Inseraten in seiner Zeit als Verkehrsminister zurück: "Die Vorwürfe gehen ins Leere", erklärte er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung". Neuwahlen schloss Faymann abermals "dezidiert" aus.

Erstellt am 24. September 2011 (20:10)

Bundeskanzler Faymann weist die jüngsten Anschuldigungen zu Asfinag-Inseraten in seiner Zeit als Verkehrsminister zurück: "Die Vorwürfe gehen ins Leere", erklärte er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung". Neuwahlen schloss Faymann abermals "dezidiert" aus.

"Sowohl die Vorstände der ÖBB als auch der Asfinag haben erklärt, dass sämtliche Beschlüsse in diesem Zusammenhang rechtmäßig zustande gekommen sind", meinte Faymann zu Vorwürfen, sein Ministerbüro habe unter Umgehung des Vorstands und auf Rechnung der Asfinag Inserate geschaltet. "Bitte, es gibt jeden Tag Kontakte zwischen dem zuständigen Ministerbüro und den betroffenen Unternehmen. Die Gesprächsthemen reichen von den Fahrplänen bis zur Imagewerbung. Die endgültigen Entscheidungen sind aber immer dort, im Unternehmen, gefallen und nirgendwo sonst."

Gefragt, wie sehr es ihn belaste, dass gegen ihn im Zusammenhang mit der Inseraten-Affäre Ermittlungen laufen, verwies der Kanzler darauf, dass die FPÖ eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht hat. "Mein Vertrauen hat nicht die FPÖ, sondern die Staatsanwaltschaft. Daher ist mir lieber, die Anklagebehörde schaut sich was an als die Freiheitliche Partei."

Dass die Regierung streitet, wird vom Kanzler nicht bestritten, aber: "Deshalb erinnere ich an die Wirtschaftskrise vor zwei Jahren: Wir haben sie gemeistert, weil wir die schöpferische Kraft der beiden Parteien zum Wohl des Landes gebündelt haben." Zu dieser Einigkeit müsse man zurückfinden, "wenn wir uns von den Finanzmärkten unabhängig machen und das Triple A verteidigen wollen", so Faymann. "Wenn uns das nicht gelingt, laufen wir Gefahr, dass wir diese höchste Bonität einbüßen und irgendwann womöglich ein Kandidat für den Schutzschirm werden. Das können wir in der Regierung nur gemeinsam verhindern." Das heiße, "wir müssen jetzt handeln und die Zukunft des Landes sichern, anstatt die Energie mit Grabenkämpfen und Polemiken zu vergeuden."