"Feedback ist äußerst positiv". Die Leiterin des Human Resources Management & Operations der Bank Austria, Elke Berger, berichtet von ihren Erfahrungen mit den Studenten von Fachhochschulen.

Erstellt am 05. März 2013 (12:36)
NOEN, Bank Austria
NÖN: In welchen Abteilungen der Bank Austria werden FH-Praktikanten eingesetzt? Welche Aufgaben werden ihnen dort übertragen?
Elke Berger: Unsere Praktikanten sind in der ganzen Bank beschäftigt und sie arbeiten im Tagesgeschäft mit. Wir wollen, dass sie sehen, was Sache ist und welche Veränderungen das Banking erlebt.

"Banking ist eine Mischung aus Theorie und Praxis"

Gibt es Studienrichtungen, aus denen besonders viele FH-Praktikanten eingesetzt werden? Und wie lange dauert ein Praktikum bei der Bank Austria meist?
Wir sind prinzipiell offen für alle Studienrichtungen. Großteils gibt es bei uns natürlich Praktikanten aus wirtschaftlichen Studienrichtungen. Unsere Praktikanten sind so lange wie möglich bei uns, wir richten uns da aber sehr stark danach, was die Fachhochschulen brauchen. Da gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit.

Wie fällt das Feedback von beiden Seiten nach einem Praktikum in der Regel aus?
Äußerst positiv! Wäre das nicht so, würden wir Praktika in der Form auch nicht mehr vergeben. Ein großer Anteil unserer Praktikanten interessiert sich im Nachhinein für Jobs in unserem Unternehmen. Etwa 70 Prozent der ehemaligen Praktikanten bewerben sich, wenn Stellen bei uns extern ausgeschrieben werden. Das zeigt uns auch, dass es uns gelingt, den Job so interessant darzustellen, wie er ist.

Welche Vorteile bringen FH-Absolventen in die Berufswelt mit? Sind sie zielgerichteter und wissen genauer, wo sie in der Berufswelt hinwollen?
Was ich beobachten konnte, ist, dass FH-Studenten generell eine höhere Affinität zur realen Wirtschaftswelt haben. Viele studieren ja auch berufsbegleitend. Verallgemeinerungen wären hier aber nicht angebracht. Denn es hängt sehr, sehr stark von einer Person ab, was diese aus der jeweiligen Ausbildung macht. Denn wir suchen uns grundsätzlich die richtige Person für den ausgeschriebenen Job aus. Ein Vorteil ist hier natürlich, wenn man die Person bereits im Vorfeld beobachten konnte, etwa im Rahmen eines FH-Praktikums. Das kann eine Entscheidung auf jeden Fall erleichtern.

Warum passen FH-Absolventen und die Bank Austria so gut zusammen?
Vor allem aus einem Grund: Banking ist eine Mischung aus Theorie und Praxis im Umgang mit Menschen. Und so ist es auch bei einer Fachhochschule. Die breite Vielfalt, die Fachhochschulen haben, die gibt es auch im Banking. Der Grundsatz ‚think global act local’ gilt auch für FH-Absolventen: Sie können in der Regel sehr breit denken, sind aber dennoch geerdet und positiv bodenständig.

Welche Fähigkeiten sollte ein Student, der bei der Bank Austria ein Praktikum machen möchte, mitbringen?
Ganz wichtig ist dabei die wirkliche Offenheit für Neues. Und die ständige Mobilität – sowohl in geistiger als auch in örtlicher Hinsicht! Mit geistiger Mobilität meine ich die Bereitschaft, sein Wissen aktuell und sich selbst offen zu halten für Neues. Ich denke, das sind die Voraussetzungen, die einen Durchschnittlichen letztendlich von einem Erfolgreichen unterscheiden.

Wie viele Praktikanten nimmt die Bank Austria jedes Jahr auf?
Bundesweit gab es 2012 120 Praktikanten, der Schwerpunkt liegt hier auf jeden Fall im Osten. Für das erste Halbjahr 2013 haben wir schon 62 Praktikanten zugesagt, 60 Plätze sind noch offen. In etwa vergeben wir also jährlich 120 Praktikumsplätze an FH-Studenten in ganz Österreich.

Aktuell arbeiten etwa 160 FH- Absolventen bundesweit für die Bank Austria. Insgesamt hat die Bank Austria (inklusive Tochter-unternehmen) jährlich (Basis 2012) rund 3.500 Bewerbungen für FH-, Wirtschafts- und Ferialpraktika.

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