Fischer teilte viele Ansichten von Habsburg nicht. Bundespräsident Heinz Fischer hat nach eigenen Angaben viele Ansichten des verstorbenen Otto Habsburg-Lothringen (Otto von Habsburg) nicht geteilt. Die Republik wird er beim Requiem im Stephansdom dennoch vertreten, "ich glaube, dass das so richtig ist", sagte Fischer zu "Profil".

Erstellt am 10. Juli 2011 (13:47)

"Der Otto Habsburg der vierziger, fünfziger und vielleicht auch noch der sechziger Jahre war sicher ein anderer als Otto Habsburg in seinen letzten Lebensjahren: weiser, klüger, bestimmte Realitäten zur Kenntnis nehmend. Da gibt es einen deutlichen Unterschied", so Fischer. "Wie immer man Dr. Otto Habsburgs politische Ansichten beurteilt - ich teile viele nicht -, stammte er aus einer Familie, die für die österreichische Geschichte eine große Rolle gespielt hat. Er war ein sehr politischer Kopf."

Bruno Kreisky sei der Meinung gewesen, die demokratische Republik in Österreich sei gefestigt genug, um sich nicht vor einem Habsburger fürchten zu müssen. "Ich habe diese Meinung geteilt", meinte Fischer zum Magazin. "Ich glaube gemeinsam mit 99 Prozent der Österreicher, dass wir eine Demokratie wollen, in der die Menschen an der politischen Willensbildung mitwirken können und niemand außerhalb der Gesetze und über den Gesetzen steht."

An den parteipolitischen Debatten Anfang der 1960er Jahre zur Beurteilung der von Habsburg 1961 abgegebenen Verzichtserklärung, war Fischer, damals Sekretär in der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion, nach eigenen Worten "sehr interessiert". Ein Teil der Bundesregierung, die SPÖ, habe dieser Verzichtserklärung nicht getraut. Allerdings habe sich der Verwaltungsgerichtshof für befugt erklärt, anstelle der Regierung über die Glaubhaftigkeit der Verzichtserklärung zu befinden, und erklärte diese als ausreichend. "Das hat viele Emotionen ausgelöst", fasste Fischer zusammen.