Dichterer Takt für die S7. Zahlreiche Verbesserungen bei S7 und mehreren Busverbindungen sowie Erweiterungen von Park&Ride-Anlagen geplant.

Von Anita Kiefer, Susanne Müller, Gerald Burggraf und Otto Havelka. Erstellt am 29. August 2017 (01:37)
Gerald Burggraf
Vier statt bisher zwei Züge pro Stunde werden ab 4. September unterwegs sein.

„Das war wirklich eine große Herausforderung. Es war ja durchaus ein kleines Zittern mit dabei“, hielt Wolfgang Schroll, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR), am Freitag fest. Gemeint war damit die Umsetzung der seit Jahren geforderten Taktverdichtung auf der Flughafen-Schnellbahnstrecke S7.

Der gewünschte Viertelstundentakt wurde es aus trassentechnischen Gründen nicht, neben der Linie S7 fahren nämlich auch City Airport Train (CAT) sowie Langstreckenzüge der ÖBB auf dieser Strecke. Dennoch wird es statt bisher zwei Verbindungen ab Montag vier geben. Dies gaben Schroll, die Verkehrslandesräte aus NÖ und Wien, Karl Wilfing (VP) und Renate Brauner (SP), sowie ÖBB-Chef Andreas Matthä am Freitag bekannt.

28 zusätzliche Züge

Konkret wurde angekündigt, dass es ab 4. September zu den Hauptverkehrszeiten pro Tag 28 zusätzliche Züge oder 11.600 Sitzplätze mehr geben wird. Und das obwohl die Stammstrecke in Wien zwischen Floridsdorf und Rennweg (die die S7 auch nutzt) eine dicht befahrene Strecke ist. Erst vor kurzem war befürchtet worden, CAT und Westbahn könnten die Pläne behindern (die NÖN berichtete). ÖBB-Vorstandsvorsitzender Matthä bestätigte, dass es einen Antrag des privaten Bahnanbieters für die Nutzung der Stammstrecke bis zum Praterstern gebe. Doch das dürfte kein Problem mehr darstellen.

Zudem sollen die Kurzzüge der Vergangenheit angehören und nur noch Doppelgarnituren auf der Strecke eingesetzt werden. Auch wird der Zwei-Stunden-Takt am Wochenende ab dem Flughafen durch eine stündliche Verbindung ersetzt.
Die Ankündigung der Taktverdichtung sorgte in den S7-Gemeinden jedenfalls für Jubelstimmung. „Das ist das Optimum, was wir erwarten konnten. Das bringt uns im Bezirk Riesenvorteile“, betont VP-Bundesrat und Wolfsthals Bürgermeister Gerhard Schödinger, dass er „gemeinsam mit Thomas Ram das ganze heurige Jahr darauf hingearbeitet“ habe.

Verbesserungen für Pendler

Zufrieden zeigen sich naturgemäß auch die Schwechater Grünen. „Endlich gibt es Verbesserungen für die Pendler. Wir haben lang genug dafür gekämpft“, betont Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn. Stadtchefin Karin Baier (SP) zeigt sich ebenfalls erfreut und ließ sich im Vorfeld trotz der Westbahn-Gerüchte nicht aus der Ruhe bringen. „Ich habe mich bemüht, Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen, habe das Büro des zuständigen Landesrates Karl Wilfing kontaktiert und siehe da: Viel Wind um nichts“, betont sie. Manchmal fahre man besser, wenn man den Kollegen „einfach die nötige Zeit gibt, um eine begonnene Arbeit kompetent und für uns sehr erfreulich zu Ende zu bringen“.

Endlich gibt es Verbesserungen für die Pendler. Wir haben lang genug dafür gekämpft.“ Brigitte Krenn, Vizestadtchefin aus Schwechat (Grüne)

Während in Schwechat ungetrübte Freude herrscht, dürfte es in den Gemeinden nach dem Flughafen noch ein böses Erwachen geben. Denn wie eine NÖN-Recherche ergab, kommt die Taktverdichtung von zwei auf vier Züge nur bis zum Flughafen. Darüber hinaus wird sich in Sachen Zuganzahl nichts ändern, es bleibt damit bei zwei Verbindungen pro Stunde und Richtung. Nur die Fahrzeiten ändern sich leicht. Das bestätigen auf NÖN-Anfrage auch VOR und ÖBB. „Zwischen Landstraße und Flughafen sind es vier Verbindungen, ab dem Flughafen bis Wolfsthal zwei“, so die Pressesprecher Georg Huemer und Roman Hahslinger. Damit konfrontiert, gibt sich Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (RAM) überrascht, hatte er sich doch ebenfalls über die Taktverdichtung gefreut.

Im NÖN-Gespräch wollte er sich nicht näher dazu äußern und verwies auf eine Präsentation durch die ÖBB am Dienstagabend (nach Redaktionsschluss). Ebendiese will auch Schödinger abwarten, wenngleich er betont: „Es kommen sehr wohl neun zusätzliche Verbindungen bis Wolfsthal. Wir brauchen die Züge zu den Pendlerzeiten und da wird es sie geben“, ist Schödinger dennoch zufrieden – zumal die Verbesserungen nicht nur die S7 beträfen. Auch die Erweiterungen an den Park & Ride-Anlagen und die verbesserten Busverbindungen (siehe Info-Abschnitt unten) würden Probleme im Bezirk abfedern. Somit sei das Ergebnis für die ganze Region erfreulich. In Himberg etwa soll die P&R-Anlage erneut ausgebaut werden. Dies ist aber Teil eines größeren Projektes: Demnächst soll über eine Totalsanierung des Bahnhofs entschieden werden.