Niederösterreich

Erstellt am 26. Februar 2019, 14:44

von Christine Haiderer

Mobile Pflege kommt günstiger. Eine Förderung der mobilen Pflege kann in Zukunft helfen, Kosten zu sparen, sagt Ulrike Famira-Mühlberger vom Institut für Wirtschaftsforschung.

Gabriela Goll, Leiterin Hilfe und Pflege daheim, NÖ-Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer, Ulrike Famira-Mühlberger vom Institut für Wirtschaftsforschung setzen auf mobile Pflege auch in Zukunft.  |  Haiderer

„Der Masterplan Pflege ist ein guter Anfang“, glaubt NÖ-Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer und betont, dass sich das NÖ Hilfswerk mit seiner Erfahrung gerne in derartige Überlegungen einbringt. Denn: Es besteht Handlungsbedarf.

Warum? 2017 waren noch 5,3 Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre, 2050 wird diese Altersklasse 12 Prozent ausmachen. „Die demographische Veränderung wird zu einer enormen Steigerung des Pflegepersonals, das gebraucht wird, führen“, so Ulrike Famira-Mühlberger vom Institut für Wirtschaftsforschung. Und: Die Ausgaben werden von 260 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro bis 2030 beziehungsweise auf 1,2 Milliarden Euro bis 2050 steigen.

Eine Förderung der mobilen Pflege bringt Vorteile

Wenn politische Maßnahmen aber eine Verlagerung zu den mobilen Diensten erreichen, so Famira-Mühlberger, dann würde das zu einer Kostendämpfung führen. Es würde Kosten sparen. „Je mehr Personen man durch mobile Dienste betreuen kann, desto kostengünstiger ist die Entwicklung.“ Man müsste aber unter anderem auch die Bedingungen für Angehörige und mobile Pflege verbessern.

Wo NÖ-Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer Handlungsbedarf sieht? „Es wird mehr Mitteln für den Pflegebereich im Allgemeinen brauchen.“ Zudem sei ein gezielter und innovativer Ausbau der mobilen Dienste nötig. Es braucht mehr Begleitung für Angehörige und Betroffene, die zu einem Pflegefall werden, eine Erhöhung des Pflegegeldes, ein Teil davon als Sachleistung sowie eine Stärkung der Angehörigen.

Herausforderung wird es nicht erst in der Zukunft geben, es gibt sie schon jetzt. „Wir suchen bereits jetzt in ganz Niederösterreich Mitarbeiter“, erläutert Gabriela Goll, Leiterin Hilfe und Pflege daheim. Aber: Es wird viel getan. Es gibt neue Arbeitszeitmodelle, regelmäßige Gespräche. Außerdem sei Pflege eine Aufgabe mit Sinn, mit Zukunftspotenzial. Und: „In der mobilen Pflege schätzen Mitarbeiter die hohe Selbständigkeit, in einer Familie eingebunden zu sein und Rückhalt im Team zu haben.“ Wichtig sind Umschulungsmodelle und Programme, wie Aqua vom AMS.