FPÖ will faire Entlohnung für Bauern. Die Freiheitliche Bauernschaft geht mit Peter Schmiedlechner ins Rennen um Stimmen bei der Landwirtschaftskammerwahlen. Einsetzen will sich die Interessenvertretung für gerechtere Preisspannen zwischen Handel, Verarbeitungsbetrieben und Bauern. Außerdem für die Wiedereinführung der Mutterkuh-Prämie.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (17:10)
Präsentierten die Forderungen der Freiheitlichen Bauernschaft: Spitzenkandidat Peter Schmiedlechner, FPÖ-Landesparteisekretär Michael Schnedlitz.
FPNÖ

"Das Bauernsterben ist längst Realität geworden", meint FPÖ-Landesparteisekretär Michael Schnedlitz. Extreme Hitze, Dürreperioden und der Borkenkäfer machen den rund 38.000 Landwirten in Niederösterreich das Leben nicht leichter, ist er überzeugt. Das sehe man daran, dass laut Schnedlitz alleine von 2013 bis zur
letzten Erhebung 2016 rund 2.000 Bauern aufgehört haben, ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Äußere Einflussfaktoren seien von der Politik allerdings nicht beeinflussbar. Ansetzen müsse man laut der FPÖ bei dem, was die Politik ändern kann. Peter Schmiedlechner, der als Spitzenkandidat der Freiheitlichen Bauernschaft in die Landwirtschaftskammerwahlen geht, fordert daher faire Entlohnung für Landwirte. "Hier brauchen wir einen radikalen Wechsel. Heute sagt der Handel, was was kostet. Für den Bauern selbst bleibt nicht viel übrig", meint der 37-jährige Schmiedlechner. Die Freiheitlichen Bauern wollen sich dafür einsetzen, dass die Preisspannen zwischen Handel, Verarbeitungsbetrieben und Bauern „fairer" verteilt werden. 

Mutterkuh-Prämie soll wiedereingeführt werden

Eine weitere Forderung der FPÖ ist im Rennen um Stimmen bei der Landwirtschaftskammerwahl im März die Wiedereinführung der 2015 abgeschafften Mutterkuh-Prämie. "Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Mutterkuhbetrieb lagen
im Jahr 2018 bei 10.378 Euro. „Das ist 63 Prozent unter dem Durchschnitt aller landwirtschaftlichen Betriebe“, ist Schmiedlechner alarmiert. Ohne Förderung könne mit dem Betriebszweig Mutterkuh auf Dauer kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr überleben, glaubt Schmiedlechner. 

FPÖ will Änderung der Wahlordnung

Erreichen wollen die Freiheitlichen auch eine Demokratie-Reform innerhalb der Landwirtschaftskammer. „Die derzeitige Gesetzeslage, bestehend aus NÖ Landwirtschaftskammergesetz
und NÖ Landwirtschaftskammerwahlordnung, räumt vielen Nicht-Land- und Forstwirten das aktive Wahlrecht bei der Landwirtschaftskammerwahl ein“, kritisiert Schmiedlechner. Dass etwa auch  bäuerlichen Pensionisten oder Grundbesitzer ab einem Hektar Land wahlberechtigt sind, kritisiert der freiheitliche Spitzenkandidat.

Aktuell hat die Freiheitliche Bauernschaft in der Landwirtschaftskammer sechs Mandate. Sie schafften bei der vergangenen Wahl 8,9 Prozent. Der Bauernbund, eine ÖVP-Teilorganisation, errang 2015 83,7 Prozent der Stimmen und 30 Mandate. Auf die SPÖ-Bauern entfielen fünf Prozent und die Grünen Bäuerinnen und Bauern bekamen 2,5 Prozent der Stimmen. Sie konnten beide kein Mandat erringen.