Update am 18. Januar 2017, 16:52

von Redaktion noen.at

Mikl-Leitner wird Landeshauptfrau: Reaktionen. Die Nachfolge von Erwin Pröll an der Spitze der ÖVP NÖ ist geklärt. Der Landesparteivorstand hat sich am Mittwoch einstimmig für LHStv. Johanna Mikl-Leitner entschieden. Ihre Wahl wird bei einem Parteitag am 25. März stattfinden. In der Folge wird Mikl-Leitner im Landtag auch zur ersten NÖ Landeshauptfrau gewählt.

Johanna Mikl-Leitner und Erwin Pröll  |  APA/HELMUT FOHRINGER

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner erwartet sich, dass die neue Landesparteichefin Johanna Mikl-Leitner die ÖVP-Niederösterreich in eine "erfolgreiche Zukunft" führen wird. Die künftige Landeshauptfrau stehe für eine Politik "mit Herz und Verstand", erklärte er am Mittwoch in einer Aussendung.

Mikl-Leitner habe bereits in ihren bisherigen Funktionen als Innenministerin, ÖAAB-Chefin und Landesrätin bewiesen, dass sie sich voll für die Anliegen der Menschen einsetzt, so Mitterlehner nach dem einstimmigen Beschluss des Landesparteivorstandes, Mikl-Leitner für die Nachfolge von Erwin Pröll zu nominieren. Im Frühjahr werde sie dann zur ersten Landeshauptfrau Niederösterreichs gewählt, hob er weiters hervor. Man werde "hervorragend zusammenarbeiten", so Mitterlehner.

Reinhold Mitterlehner  |  APA

Auch der Klubchef im Parlament, Reinhold Lopatka, hält Mikl-Leitner für die "bestgeeignete Nachfolgerin" Prölls. Sie werde die niederösterreichische Erfolgsgeschichte weiterführen, zeigte sich Lopatka in einer Aussendung überzeugt.

Unterstützung kam auch vom Wiener Landesparteiobmann Gernot Blümel. Die frühere Innenministerin habe bewiesen, dass sie gerade in schwierigen Situationen mit Bedacht und Sachverstand wichtige Richtungsentscheidungen treffen könne.

Mikl-Leitner für Sobotka "guter Beschluss"

Die Bestellung von Johanna Mikl-Leitner zur Nachfolgerin von Erwin Pröll ist für Innenminister Wolfgang Sobotka ein "guter Beschluss". Damit werde der Kurs der Volkspartei NÖ fortgesetzt, sagte der frühere Landesvize nach der Vorstandssitzung.

Sobotka bezeichnete es als "niederösterreichische Marke, nicht rum zu tun". Schon am Tag nach der Bekanntgabe des Rückzugs von Erwin Pröll "steht fest, wohin die Reise geht".

Johanna Mikl-Leitner und Wolfgang Sobotka  |  NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)

SPÖ hofft auf Zusammenarbeit auf Augenhöhe

"Wir werden die neue ÖVP NÖ Parteiobfrau und in Folge auch Landeshauptfrau daran messen, wie die Qualität einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktioniert und warten mit Spannung auf die erste Kontaktaufnahme durch Johanna Mikl-Leitner", reagierte SPÖ-Landesvorsitzender Matthias Stadler. LHStv. Karin Renner (SPÖ) verwies auf eine stets "sehr korrekte Gesprächsbasis" mit Mikl-Leitner.

Die künftige Landeshauptfrau sei ihm "als offene, moderne und pflichtbewusste Niederösterreicherin bekannt", freute sich Liste Frank-Klubobmann Ernest Gabmann in einer Aussendung auf eine "gute Zusammenarbeit". "Wir erwarten uns, dass mit dem Wechsel an der Spitze der Landesführung allgemeine Transparenz und insbesondere Aufklärung rund um die 'Dr. Erwin Pröll-Privatstiftung' einhergehen werden", reagierte NEOS-Landessprecherin Indra Collini.

Rosenkranz: „Mikl-Leitner tritt schweres Erbe an“

„Ich bin überzeugt, dass Johanna Mikl-Leitner vor ihrer Wahl – immerhin verfügt die ÖVP in Niederösterreich ja noch über eine absolute Mehrheit – mit den anderen Parteien, also auch mit uns, ein Gespräch führen wird. Davon wird es auch abhängen, wie sich die FPÖ im NÖ Landtag bei der Wahl verhalten wird“, erklärt FP-NÖ Obmann NAbg. Walter Rosenkranz. „Jedenfalls wird Johanna Mikl-Leitner bei uns Freiheitlichen einen schweren Stand haben. Immerhin war sie im Jahr der illegalen Massenzuwanderung Innenministerin und hat die heutigen Fehlentwicklungen in unserer Republik und in unserem Bundesland mitzuverantworten. Dass sie als Finanzlandesrätin auch noch die negativen finanziellen Folgen für unsere Landsleute - immerhin mehrere hundert Millionen Euro allein in Niederösterreich - ausbaden muss, ist ja ohnehin mehr als pikant.“

Seniorenbund: "Ideale Wahl"

Der Österreichische Seniorenbund sieht in Johanna Mikl-Leitner als Nachfolgerin des niederösterreichischenLandeshauptmanns Erwin Pröll die „ideale Wahl“. „Ich gratuliere Mikl-Leitner herzlich zur Bestellung als zukünftige Landesparteiobfrau der ÖVP Niederösterreich und freue mich besonders, dass eine Frau die blau-gelbe ÖVP-Landesorganisation führen wird“, gibt Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec bekannt. Bereits als Innenministerin habe Mikl-Leitner ihre Eignung für hohe politische Ämter unter Beweis gestellt.