Frauerl und Herrl sollen geprüft werden. 2019 wurde die Maulkorbpflicht ausgeweitet. Nun plant Landesrat Beratungen und Hunde-Kunde für Besitzer.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 28. Juli 2020 (12:06)
Gottfried Waldhäusl will mehr Ausbildung für Hundehalter.
Semrad

An Orten, an denen sich mehr als 150 Leute aufhalten, müssen Hunde seit einigen Monaten Beißkorb und Leine tragen. Das wurde nach einer Reihe von Biss-Vorfällen mit dem NÖ Hundehaltegesetz Ende 2019 beschlossen – unter heftigem Gegenwind von Tierschützern. Aus der Sicht des zuständigen Landesrats Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hat sich die Maulkorb-Pflicht bewährt. Das Gesetz will er nun jedoch noch erweitern. Im Fokus stehen diesmal aber nicht die Vierbeiner, sondern ihre Besitzer.

Waldhäusl setzt auf mehr Wissen für Frauchen und Herrchen. Aus seiner Sicht braucht es verpflichtende Beratungsgespräche vor dem Kauf eines Hundes. Verläuft dabei alles glatt, steht Hunde-Kunde auf dem Programm. Für alle Halter – nicht nur die Besitzer von Listen-Hunden – sind Kurse und Schulungen angedacht. Vorgeschlagen hat der zuständige Landesrat außerdem die Einführung eines Hundepasses, in dem Untersuchungen, Auffälligkeiten und Ähnliches vermerkt werden.

Den Fokus auf Wissensvermittlung zu legen, ist für die Präsidentin des NÖ Tierschutzverbandes, Andrea Specht, sinnvoll: „Beißvorfälle sind in erster Linie Wissensdefiziten in Bezug auf Bedürfnisse, Körpersprache und Stressmanagement geschuldet.“ Konkretes erarbeitet eine von Andrea Specht geleitete Experten-Runde.

Gesetz soll 2021 in den Landtag kommen

Sobald das auf dem Tisch liegt, will Waldhäusl das Gespräch mit den anderen Parteien suchen – in der Hoffnung, das Gesetz im Frühjahr 2021 beschließen zu können. Die Mehrheitspartei, die er für den Beschluss braucht, äußert sich zu den Plänen noch nicht: Aus dem ÖVP-Landtagsklub heißt es, dass der Gesetzesentwurf erst kommentiert werde, wenn er vorliegt.

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