Krätze: Wenn es juckt und brennt. Die Krätze wird immer mehr Thema. Zur Eindämmung werden Maßnahmen gefordert.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 09. April 2019 (04:35)
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„Bei Befall mit der Skabiesmilbe kommt es zu starkem Juckreiz, der sich vor allem nachts und bei Wärme verstärkt“, so Hautärztin Christine Messeritsch. Typisch sind kleinste aufgekratzte Knötchen, speziell zwischen Fingern, um den Nabel und im Genitalbereich. Bei Babys auch an den Fußsohlen.

In seiner Apotheke in St. Pölten erlebt Andreas Gentzsch immer mehr Fälle von Krätze (Skabies), einer Hauterkrankung, verursacht durch die Krätzmilbe, die auch in Korneuburg, Loosdorf oder Tulln bereits beunruhigte.

Gentzsch fordert daher, Familien, die immer wieder mit Krätze zu tun haben, zu unterstützen. Speziell geschulte Personen könnten Betroffene zuhause bei der Behandlung helfen.

Christine Messeritsch, Hautärztin in Mödling, glaubt, dass die Skabies-Fälle zugenommen haben, weil die Milben teils durch klimatische Veränderungen länger überleben und die Therapien nicht ausreichend wirken – unter anderem aufgrund von Behandlungsfehlern.

„Das Auftragen der Salbe muss sehr sorgfältig erfolgen“, betont sie. Alle im Haushalt lebenden Personen – diese Milben werden über engen Hautkontakt übertragen – müssen mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Immerhin können erste Symptome nach vier Wochen auftreten.

Nach einer Woche wird wieder geschmiert. Wird es nicht besser, kommen Tabletten zum Einsatz, die genau eingenommen werden müssen. Umso wichtiger sei, Betroffene zu informieren. Alles im Haus muss gekocht, gewaschen, gesaugt und desinfiziert werden. Vom Kleiderschrank bis zum Stofftier.

FPÖ-NÖ will Notfallplan und Meldepflicht

„Es melden sich vermehrt Lehrer, Eltern und Großeltern bei mir. Niemand weiß, wo es gerade Krätzebefall gibt“, kritisiert FPÖ-NÖ-Klubobmann Martin Huber, da die Krätze keine meldepflichtige Krankheit ist. Er vermisst insbesondere eine Reaktion auf die Krätze in den Landeskindergärten und fordert einen Notfallplan.

„Ein Notfallplan ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig, weil es sich zwar um eine unangenehme, aber nicht um eine schwerwiegende Erkrankung handelt“, betont dazu SP-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. „Solche Pläne werden vielmehr für Pandemien, wie zuletzt bei Ebola, aufgestellt.“ Das Infektionsrisiko sei zudem deutlich geringer als etwa bei den meldepflichtigen Masern. Darüber hinaus seien alle Kindergärten und Schulen informiert worden.

Infos zu Skabies gibt es auch auf: www.noe.gv.at