Netz für ärztliche Versorgung in Niederösterreich

Erstellt am 26. August 2020 | 05:39
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Foto: Stokkete/Shutterstock.com
Erstes Gesundheitsnetzwerk startet im September in NÖ. Mögliche Referenz für ländlichen Raum.
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Die wohnortnahe ärztliche Versorgung zu gewährleisten und damit auch die Ambulanzen in den Spitälern zu entlasten, ist eine der großen Herausforderungen im Flächenbundesland Niederösterreich. Um diese zu meistern, hat das Land NÖ insgesamt sechs Gesundheitszentren geplant, in denen mehrere Ärzte dafür sorgen, dass von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr die allgemeinmedizinische Versorgung gesichert ist.

Im Rahmen des Projekts startet am 1. September mit dem Gesundheitsnetzwerk „Melker Alpenvorland“ nun landesweit ein neues Modell. Dabei werden fünf Mediziner jeweils an ihren Ordinations-Standorten bleiben. Die Dienstzeiten sind aber so abgestimmt, dass täglich zumindest eine Praxis bis 19 Uhr geöffnet hat. Die Fahrzeiten für Patienten zu den jeweiligen Standorten im Versorgungsgebiet sind nicht länger als rund 15 Minuten.

Ärzte- Software war Herausforderung

„Ich erhoffe mir von dem Netzwerk wichtige Erfahrungen, die wir dann auch für andere Orte in Niederösterreich ausrollen können. Das könnte ein Referenzmodell für den ländlichen Raum werden“, sagt Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) im NÖN-Gespräch.

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„Medizinische Versorgung wird engmaschiger“, so Landesrat Martin Eichtinger.
Foto: NLK

Dem Projektstart, der sich etwas verzögert hatte, sind detaillierte Verhandlungen mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) um die Finanzierung vorausgegangen. Eine große Herausforderung im Vorfeld waren die unterschiedlichen und zueinander nicht kompatiblen Softwaresysteme, wie Ärzte berichten. Dass die Mediziner mittels Datenbanken untereinander entsprechend verbunden sind, ist Voraussetzung für das Ärztenetzwerk.

Vorteile bringt das System nicht nur für die Bevölkerung in der Region durch die gesicherte Versorgung. Auch für die Ärzte bietet es mehr Flexibilität.

Ein eigener Manager, der zu einem Drittel vom Land und zu zwei Dritteln von der Gesundheitskasse finanziert wird, sorgt sich um Abrechnungen, IT und Ähnliches. Damit fallen viele bürokratische Hürden weg. Die Ärzte können sich vorwiegend auf ihre medizinische Tätigkeit konzentrieren. „Das ist für Ärztinnen, die selbst Kinder haben, eine Erleichterung.

Zudem setzen viele junge Ärzte auf eine ausgewogene Work-Life-Balance und Teamarbeit, die dadurch leichter möglich ist“, betont Eichtinger. Auch Urlaubsvertretungen können so leichter geregelt werden.