Wolfgang Mückstein: Der Neue soll „Löcher stopfen“. Freundlicher Empfang für den neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Aber Niederösterreich weckt auch hohe Erwartungen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 21. April 2021 (05:47)
Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der neue Sozial- und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein von den Grünen bei der Angelobung am Montag in der Hofburg.
APA/Roland Schlager, APA/Roland Schlager

Mit Anzug, ohne Krawatte und mit weißen Turnschuhen. So sportlich wurde der neue Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (46) am Montag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg angelobt . Ein entsprechendes Maß an Ausdauer wird der Allgemeinmediziner aus Wien auch im neuen Job brauchen. Sein Vorgänger Rudolf Anschober musste nach 15 Monaten völlig überarbeitet abdanken. „Jetzt freue ich mich aufs Arbeiten“, sagte Mückstein als neuer Minister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Aus Niederösterreich gab es für den Newcomer der Grünen zahlreiche Glückwünsche. Gleichzeitig wurden aber auch hohe Erwartungen geweckt. „Als praktizierender Arzt hat Wolfgang Mückstein viel Erfahrung gesammelt. Für seine Aufgabe als Mitglied der Bundesregierung wünsche ich ihm persönlich viel Erfolg. Und vertraue auf eine gute Zusammenarbeit – zum Wohl der Menschen in unserem Land“, betonte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

„Rasches Handeln“ und „die lang versprochene Impfoffensive“ forderten die Vertreter der Sozialdemokratie, angeführt von Landeshauptfrau-Stv. Franz Schnabl, Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Klubobmann Reinhard Hundsmüller ein. „Das Schiff ist seit einem Jahr leckgeschlagen, und Mückstein wird gefordert sein, die Löcher alle gleichzeitig zu stopfen“, erklärt Schnabl.

SPÖ: Eine Vielzahl an Herausforderungen

Neben dem Ende der 400er-Ausreisetest-Grenze drängt die SPÖ auf mehr Tempo bei der Impfstoff-Beschaffung. Ebenso würde das Bündeln aller Kräfte notwendig sein, um möglichst rasch durchimpfen zu können und eine hohe Akzeptanz der Impfung zu erreichen. „Auf den Gesundheitsminister wartet eine Vielzahl an Herausforderungen. Wenn es ihm, wie uns, ein Anliegen ist, Tempo zu machen, ist ihm unsere Unterstützung sicher“, so das SPÖ-Trio.

Laut Gesundheitslandesrätin Königsberger-Ludwig braucht es zudem nach dem Lockdown-Ende im Burgenland „grundsätzlich klare Regeln, die für alle gleich sind, wenngleich sie auch abhängig von der regionalen Situation zum Einsatz kommen können.“ De Bundesregierung müsse hier wieder verstärkt ihre Verantwortung wahrnehmen.

Mücksteins Parteikollegin, NÖ Grünen-Sprecherin Helga Krismer, erwartet sich eine kollegiale Unterstützung für Mückstein – und zwar nicht nur der Grünen Minister. „Niemand beneide Wolfgang Mückstein um diese Herkulesaufgabe“, so Krismer.

Neben der Bekämpfung der Pandemie erwarten den neuen Minister aber auch andere Herausforderungen. So gebe es laut Bauernbund-Präsident Georg Strasser (ÖVP) bei Herkunftskennzeichnung, der biologischen Landwirtschaft und beim Konsumentenschutz viel zu tun. Er freue sich aber bereits auf eine gute Zusammenarbeit, sagte Strasser.