Alle 32 Notarzt-Standorte in NÖ bleiben erhalten. Rotes Kreuz und ASBÖ führen auch ab 2017 das Notarztsystem in Niederösterreich.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 07. Dezember 2016 (13:33)
NLK/Pfeiffer

Lange gab es ein Zittern in vielen Gemeinden. Seit Mittwochvormittag aber können alle aufatmen. Die Notarztversorgung in Niederösterreich ist in Zukunft in der gleichen Qualität gesichert wie bisher.

NLK/Pfeiffer

Alle 32 Notarzt-Stützpunkte bleiben auch ab 1. Jänner 2017 erhalten und werden vom Rotes Kreuz und dem ASBÖ als Subunternehmer geführt. Die beiden Rettungsorganisationen waren im Paket auch die einzigen Bewerber der europaweiten Ausschreibung. Diese wurde nötig, nachdem die bestehenden Verträge mit Ende 2016 auslaufen.

Bei einer Pressekonferenz in der Rotkreuz-Bezirksstelle St. Pölten wurden am Mittwoch die neuen Verträge für die nächsten fünf Jahre unterzeichnet.

Mehr Geld für Notarztwesen

„Die finanzielle Unterstützung ist in Zukunft gesichert“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Das Land wird statt bisher 13 Millionen Euro nun jährlich 17,8 Millionen Euro investieren. Der Betrag ist auch deshalb höher, weil in einigen Standorten die Notärzte in Zukunft nicht mehr von der Landeskliniken sondern von den Rettungsorganisationen gestellt werden.

Walter Fahrnberger

„In 15 Standorten werden wir aber nach wie vor die Notärzte für die Rettungsorganisationen zur Verfügung stellen. Durch unsere 27 Spitals-Standorte in ganz Niederösterreich ist sichergestellt, dass 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb von einer halben Stunde das nächstgelegene Spital erreichen kann“, informiert der für die Landeskliniken zuständige Landesrat. Karl Wilfing (ÖVP)

Partnerschaft zwischen Rotem Kreuz und ASBÖ

„Bei der Ausschreibung wurde in besonderer Weise darauf geachtet zwar Mindestanforderungen zu definieren, um ein Grundanforderungsprofil zu definieren, jedoch mit sehr viel Bedacht darauf notwendige Freiheiten für die Experten der Rettungsorganisationen bei der Beschreibung der acht  Lose einzuräumen. Ziel der Ausschreibung war es, die Grundlagen für eine langfristige Partnerschaft zu schaffen“,  so Landesrat Maurice Androsch (SPÖ).

Nachthubschrauber ergänzt Notarzt-Struktur

Erleichtert zeigten sich auch der Präsident vom Roten Kreuz Niederösterreich Josef Schmoll und ASBÖ-Vizepräsident Otto Kernstock: „Wir sind sehr froh, nach langen und intensiven Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich die optimale Lösung für die Niederösterreichische Bevölkerung gefunden zu haben. Somit wurde diese erfolgreiche langjährige Partnerschaft auch für die Zukunft auf solide Beine gestellt.“

Ergänzt werde die Notarzt-Struktur ab 2017 durch das neue Pilotprojekt des Nachthubschraubers für Niederösterreich. Christophorus 2 werde in Zukunft rund um die Uhr in Betrieb sein.