SPÖ will Gratis-Nachhilfe in ganz NÖ. In zehn Gemeinden konnten sich Kinder mit einem "Nicht genügend" im Zeugnis bereits mit professioneller Unterstützung auf ihre Nachprüfung vorbereiten. Mit einem neuen Verein wollen die Sozialdemokraten das kostenlose Angebot nun auf vorerst 20 Kommunen ausweiten. Bis 2021 wollen sie sich dafür einsetzen, dass die kostenlose Lern-Unterstützung flächendeckend angeboten wird.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 12. Februar 2020 (14:22)
Machen sich für Gratis-Nachhilfe stark: SPNÖ-Vorsitzender Franz Schnabl, Landtagsabgeordnete Elvira Schmidt und NÖGVV-Präsident Rupert Dworak.
Herbert Käfer

Laut einer Studie der Arbeiterkammer hat im Jahr 2018 mehr als ein Viertel der niederösterreichischen Schulkinder externe Nachhilfe in Anspruch genommen. Die Eltern von 10.000 Schülern hätten gerne bezahlte Lern-Unterstützung für ihre Kinder in Anspruch genommen. Diese war ihnen in den meisten Fällen aber zu teuer.

Damit hängt der schulische Erfolg von Kindern und Jugendlichen auch am Börserl ihrer Eltern. Die SPNÖ will dem entgegenwirken.

„Nachzipf – ich schaff das“: Projekt ausgeweitet werden

Die Partei führte daher bereits zwei Mal das Projekt „Nachzipf – ich schaff das“ durch. Angeboten wurden in zehn Gemeinden kostenlose Nachhilfe für Kinder von sieben bis 14 Jahren.

Gelernt haben die rund 200 Kinder und Jugendlichen pro Jahr jeweils im August in Kleingruppen speziell für die Nachprüfung im Herbst. Mit Erfolg: Laut dem SPNÖ-Vorsitzenden Franz Schnabl haben 90 Prozent der Schüler nach der Lern-Woche ihren "Nachzipf" bestanden. 

Nun soll das Projekt ausgeweitet werden. Zwar konnten die Sozialdemokraten ab 2020 nicht, wie ursprünglich vorgesehen, ein flächendeckendes Angebot für das ganze Bundesland durchsetzen, dennoch sollen mehr Kinder und Jugendliche von der Gratis-Nachhilfe profitieren. Dazu will die SPÖ einen neuen, parteiunabhängigen Verein gründen. Kostenlose Unterstützung soll es dann laut GVV-Präsident Rupert Dworak in insgesamt 20 Gemeinden geben. Dworak betonte, dass er mit den Bürgermeistern mehrerer Gemeinden dafür bereits im Gespräch sei. 

Abgehalten wird die Nachhilfe in der Regel in den Schulen dieser Orte. Unterrichten sollen die Kinder und Jugendlichen ausgebildete Lehrkräfte oder solche, die sich gerade in Ausbildung befinden. Auf freiwilliger Basis. Bildungs-Sprecherin Elvira Schmidt sieht darin auch eine Chance für die Nachwuchs-Lehrer: "Junge Pädagogen können so schon während des Studiums wertvolle Praxis-Erfahrungen sammeln."

Flächendeckende "Gratis-Nachhilfe" soll Land 85.000 Euro kosten

Gleichzeitig appelliert GVV-Präsident Rupert Dworak aber an das Land und die ÖVP, rund um das Thema Gratis-Nachhilfe Verantwortung zu übernehmen. Das Ziel ist für die Sozialdemokraten nach wie vor ein Gesamt-Modell für Niederösterreich. Notwendig wäre dafür nach Berechnungen der SPÖ ein Budget von 85.000 Euro. So könnte das Projekt mit acht Gruppen in jedem Bezirk umgesetzt werden. "Wir verhandeln wieder für das Budget 2021", betonte Dworak, der in seiner Gemeinde Ternitz bereits positive Erfahrungen mit dem Projekt sammelte. 

Warum das Thema für ihn so wichtig ist, betonte Franz Schnabl: "Unser Ziel ist es, jedem Kind die Möglichkeit auf gleiche Chancen in der Bildung zu bieten."