17 Prozent der Daheim-Lernenden kamen nicht zur Externistenprüfung

Erstellt am 30. Juni 2022 | 10:57
Lesezeit: 3 Min
Kinder Volksschule Lernen Symbolbild
Für das nächste Schuljahr wurden wieder viele Kinder vom schulischen Unterricht abgemeldet, um zuhause von ihren Familien unterrichtet zu werden.
Foto: Jaromir Chalabala/Shutterstock.com
Rund 270 Kinder haben die verpflichtende Prüfung nicht gemacht. Sie müssen nun in die Schule zurückkehren und das Jahr wiederholen. Machen sie das nicht - wovon die Bildungsdirektion in vielen Fällen ausgeht - werden ihre Eltern wegen Schulpflichtverletzung angezeigt. Auch das Nicht-Erscheinen zur Prüfung ist laut der Bezirksverwaltungsbehörde bereits ein Delikt.
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2.050 Kinder und Jugendliche wurden in diesem Schuljahr vom Unterricht abgemeldet, um zuhause unterrichtet zu werden. 20 Prozent kehrten im Laufe des Schuljahres in die Klassen zurück. Dennoch bildete sich ein "harter Kern", der mit der Schule wohl nichts mehr zu tun haben will: 17 Prozent der verbliebenen 1.600 Daheim-Lernenden kamen nicht zur Externistenprüfung. Bei der müssen sie am Ende des Schuljahres eigentlich beweisen, dass sie im häuslichen Unterricht ausreichend gelernt haben.

Betroffene Familien bekommen nun Post

Die Familien der rund 270 Kinder bekommen nun Post von der Bildungsdirektion. Sie werden aufgefordert, ihre Kinder im Herbst wieder in die Schule zu schicken. Das Schuljahr müssen sie wiederholen, da nicht sicher ist, ob sie das nötige Wissen und alle Fähigkeiten erlangt haben.

Bildungsdirektor Johann Heuras erzählt allerdings von Gesprächen mit betroffenen Familien, die signalisierten, dass ihre Kinder nicht in die Schule zurückkehren werden. Halten sie an diesem Plan fest, müssen sie sich auf eine Anzeige bei der Bezirksbehörde gefasst machen. Es handelt sich um Schulpflichtverletzung.

Von der Bezirksbehörde St. Pölten heißt es, dass selbst das Nicht-Erscheinen zur Externistenprüfung bereits ein Delikt ist. Der Strafrahmen liegt dafür bei 110 bis 440 Euro. 

Eine Nachprüfung absolvieren können, laut Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP), die 5,2 Prozent der Kinder, die zwar zur Externistenprüfung angetreten sind, sie aber nicht bestanden haben. Reibungslos geklappt hat die Überprüfung des Gelernten somit bei knapp 80 Prozent der vom Unterricht abgemeldeten Kinder.

Auch für das nächste Schuljahr gibt es wieder viele Abmeldungen

Im kommenden Schuljahr werden wieder viele Schülerinnen und Schüler zuhause unterrichtet. Die Frist für die Abmeldung vom Unterricht läuft bis morgen, 1. Juli. Aktuell sieht es so aus, als wäre die Zahl der Abmeldungen im Vergleich zum Schuljahr 2021/2022 "leicht rückläufig, aber dennoch hoch", sagt Heuras.