„Hat Gabe. Reaktionen / In der Diözese St. Pölten wurde Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng hatte noch am Abend der Papstwahl im ORF zum neuen Kirchenoberhaupt Stellung genommen und seiner Überraschung sowie Freude Ausdruck verliehen.

Erstellt am 17. März 2013 (16:38)
Bischof Klaus Küng: „Der neue Papst sucht nicht den Applaus der Medien.“ Rupprecht
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Von Martin Gebhart

Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng hatte noch am Abend der Papstwahl im ORF zum neuen Kirchenoberhaupt Stellung genommen und seiner Überraschung sowie Freude Ausdruck verliehen. Tags darauf führte er dann aus, warum er vom neuen Heiligen Vater sehr viel erwartet.
„Sein Name ist Programm: Er ist bekannt für seine große Liebe zu Armen und Bedrängten, er ist asketisch und spirituell, einfach in seinem Lebensstil. Er sucht nicht den Applaus der Medien und ist eher karg an Worten; aber wenn er spricht, ist er klar und deutlich, nicht selten im Widerspruch zu den gängigen Trends und Meinungen.“

Und weiter: „Er hat eine Gabe des Zuhörens und doch eine feste Hand. Als bisheriger Erzbischof einer der größten Metropolen Südamerikas bringt er eine neue Sicht und ist doch nicht nur aufgrund seiner Herkunft, sondern vor allem durch seinen Glauben tief in der Weltkirche verwurzelt.“
Weihbischof Anton Leichtfried sieht im neuen Papst vor allem ein Zeichen in Richtung Weltkirche: „Für mich war es eine Überraschung. Die Wahl von Franziskus ist ein deutliches Signal in Richtung Weltkirche. Die ersten Worte haben mich in ihrer Einfachheit beeindruckt. Das gemeinsame stille Gebet am Petersplatz war sehr berührend.“

Hohe Erwartungen an Papst Franzikus setzt Generaloberin Franziska Bruckner von den Franziskanerinnen in Amstetten, vor allem im Hinblick auf positive Veränderungen für die Armen: „Papst Franziskus ist wohl ein programmatischer Name. Wie geht er mit den Armen um, besonders mit jenen, die durch Menschen der Kirche verletzt wurden und sich enttäuscht abgewandt haben? Wie offen und gesprächsbereit geht er auf jene zu, die in der Kirche sich engagieren und auf ein Wort der Ermutigung hoffen?“ Sie erwartet, dass sich Papst Franziskus der weltumspannenden Anliegen wie der Einsatz für den Frieden, die Sorge um die soziale Gerechtigkeit, die Anliegen einer schöpfungsgerechten und nachhaltigen Wirtschaft in einer globalen Schau annimmt.
Die Diözese St. Pölten wird jedenfalls am Donnerstag anlässlich der Papstwahl und der dieswöchigen Amtseinführung des neuen Petrus-Nachfolgers um 19 Uhr im St. Pöltner Dom eine Dankfeier abhalten. Es wird ein Wortgottesdienst mit festlicher Musik und einer Predigt von Bischof Klaus Küng sein.