Heftige Reaktion auf Stronach-Zusperrliste. Team Stronach sieht Sparpotenzial bei Bezirkshauptmannschaften, Spitälern und Bezirks-Krankenkassenstellen.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:41)
NOEN, Marschik
Landesparteiobfrau Renate Krüger-Fischer

Renate Heiser-Fischer, Landesobfrau des Teams Stronach, hatte schon einmal harte VP-Kritik einstecken müssen, als sie die Zusammenlegung von Bezirksbehörden forderte. Dennoch ist sie auf dem Thema geblieben. Bei einer Pressekonferenz zur Budgetdebatte verwies sie erneut auf den Rechnungshof, der die Zusammenlegungen auch in NÖ für möglich halte.

Damit war es aber mit dem Zusperren noch nicht zu Ende. Team-Stronach-Landtagsabgeordnete Gabriele Von Gimborn könnte sich vorstellen, dass die 27 Spitalsstandorte auf sechs bis acht große Kliniken reduziert werden. Von Gimborn: „In diesem Bereich wurde nie evaluiert.“ Und dass die Bezirksstellen der NÖ Gebietskrankenkasse überhaupt ganz eingespart werden können.

"Entweder weniger Köpfe oder niedrigere Gehälter"

Dort könnte man auch die Chefärzte einsparen. Von Gimborn: „Die müssen am Patienten sein und nicht in der Bewilligungsbürokratie.“ Ihr Fraktionskollege Walter Laki erklärte, dass er dem Budget „nicht einmal im Traum zustimmen werde“. Er fordert mehr Kontrolle. Einsparungspotenzial im Land sieht er bei den Beamten.

Laki: „Entweder weniger Köpfe oder niedrigere Gehälter.“ Für die ÖVP wird diese Zusperrliste des Teams Stronach bei der kommenden Budgetsitzung sicher ein Thema werden. Das zeigten schon die ersten heftigen Reaktionen. Landesgeschäftsführer Gerhard Karner zu den Spitalsstandorten: „Mit dieser Wortspende verüben die Relikte des Herrn Stronach einen beispiellosen Anschlag auf die regionale Gesundheitsversorgung.“

Service für Familien und Unternehmen wird zerstört

Und VP-Mandatar Kurt Hackl zu den Bezirkshauptmannschaften: „Heiser-Fischer ist das Sinnbild der Abgehobenheit der Millionärspartei von Stronach.“ Man wolle das regionale Service für Familien und Unternehmen zerstören.

Übrigens: Bei der Sitzung könnten auch Von Gimborn und VP-Mandatarin Bettina Rausch aneinander geraten. Von Gimborn kritisierte, dass Bettina Rausch in der Kliniken-Holding „in verdächtig kurzer Zeit“ zur Bereichsleiterin Organisationsentwicklung befördert worden wäre. Reaktion von Rausch: Von Gimborn hätte sich bei ihr erkundigen können, dass es nicht stimmt. Sie wäre nicht befördert worden, sondern in einen neuen Bereich gegangen. Mit weniger Stunden, weniger Gehalt.