Heinisch-Hosek sieht Schieflage bei Arbeitszeit. Österreichs Beschäftigte brauchen eine "Neuverteilung der Arbeitszeit", meint Frauenministerin Heinisch-Hosek. Laut aktueller "Frauenbarometer"-Umfrage kämpfen Frauen beim Wiedereinstieg nach der Karenz stärker als Männer mit Schwierigkeiten und sind öfter teilzeitbeschäftigt. Als eine Maßnahme zum Abbau von Ungleichheiten fordert sie den von der Gewerkschaft vorgeschlagenen "Überstunden-Euro".

Erstellt am 19. Juli 2013 (15:16)

Mit dieser Maßnahme erhofft sich Heinisch-Hosek einen Abbau von 100 Millionen Überstunden - 300 Millionen jährlich würden derzeit geleistet, rechnete sie vor. Teilzeitbeschäftigte Frauen, die mehr arbeiten wollen, könnten durch Aufstockung ihrer Stundenzahl davon profitieren. Die Abgabe soll zudem der betrieblichen Gesundheitsvorsorge zugutekommen.

Während Mütter teilzeitbedingt "zu viel zu Hause" (Heinisch-Hosek) sind, würden die Väter durch Überstunden zu oft von zu Hause ferngehalten, interpretiert sie die Umfrage-Ergebnisse. Ein Drittel der befragten Männer müssen laut der Studie jede Woche Überstunden leisten, bei Frauen sind es rund ein Fünftel. Umgekehrt arbeiten zwei Drittel der Frauen nach ihrer Karenz weniger als zuvor, sprich Teilzeit, bei Männern reduzieren nur 22 Prozent die Arbeitszeit. Weitere Forderung Heinisch-Hoseks bleibt daher auch die Förderung von Väter-Karenzen.

Frauen haben laut der Studie auch mehr Probleme beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Karenz. Während es bei 58 Prozent der Männer keine Einstiegsprobleme nach der Karenz gab, kehrten nur 45 Prozent der Frauen problemlos zurück. Elf Prozent hatten "große Probleme" (Männer: zehn Prozent), 44 Prozent zumindest Anfangsschwierigkeiten (Männer: 32 Prozent).

35 Prozent der Frauen gaben überdies an, in ihrem Betrieb gebe es keinerlei Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, während nur 29 Prozent der befragten Männer solch etwas vermissten. Vor allem Präventionsprogramme für Burnout und Stress werden gefordert.

Das Frauenbarometer ist eine Online-Umfrage zu frauenpolitischen Themen in Österreich und wird vierteljährlich durchgeführt. Rund 1.200 Männer und Frauen wurden im Mai repräsentativ befragt.