Herkunft von Strom soll gekennzeichnet werden. Österreich soll bis 2015 unabhängig von Atomstromimport werden - dieses Ziel hat sich zumindest die Bundesregierung bei ihrer Regierungsklausur im Mai gesetzt. Wie das konkret gehen soll, steht noch in den Sternen - auch nach dem "Energiegipfel", zu dem Kanzler Faymann am Freitag Regierungsvertreter, Umweltschützer und Abgesandte der E-Wirtschaft geladen hat.

Erstellt am 01. Juli 2011 (16:18)

Österreich soll bis 2015 unabhängig von Atomstromimport werden - dieses Ziel hat sich zumindest die Bundesregierung bei ihrer Regierungsklausur im Mai gesetzt. Wie das konkret gehen soll, steht noch in den Sternen - auch nach dem "Energiegipfel", zu dem Kanzler Faymann am Freitag Regierungsvertreter, Umweltschützer und Abgesandte der E-Wirtschaft geladen hat.

Man hat sich lediglich darauf verständigt, dass künftig gekennzeichnet werden soll, woher der Strom kommt. Das Thema Atomstromimport respektive wie Österreich nicht nur "bilanztechnisch", sondern "tatsächlich" (O-Ton Faymann) atomstromunabhängig werden kann, wurde auf Herbst vertagt. Während sich Global 2000 bzw. Greenpeace und Regierungsmitglieder in seltener Eintracht zeigten, sind Opposition und Atomgegner ernüchtert.

Viel herausgekommen ist bei der Zusammenkunft im Bundeskanzleramt nicht. Die Teilnehmer gaben lediglich das Commitment ab, dass nach Österreich bald kein "grauer Strom" mehr fließen soll, Strom also, dessen Herkunft unbekannt ist. Ermöglicht werden solle dies durch die Stromkennzeichnungsverordnung, die die Regulierungsbehörde E-Control kürzlich ohnehin in Begutachtung geschickt hat. Konsumenten sollen dann auf ihrer Rechnung klar ersehen, wieviel Atomstrom sie beziehen.

Für Faymann, seinen Vize Spindelegger und die anderen Teilnehmer ist die Kennzeichnungspflicht nur ein erster, wenngleich wichtiger Schritt auf dem Weg zu weniger Atomenergie, waren sie bemüht zu betonen. Das Thema Herkunftsnachweis gehöre auch auf EU-Ebene forciert, wo bisher "noch wenig passiert" sei, sagte Spindelegger vor Journalisten. Derzeit seien in Europa nur fünf Prozent des Stroms zertifiziert.

Für die Grünen war das Treffen nichts anderes als ein "Ankündigungsgipfel", die FPÖ bezeichnete es als "ernüchternd", und laut BZÖ müssen jetzt Taten folgen.