80-Jährige sind laut Studie zufrieden. Zwar gehören auch Einschränkungen zum Alltag von Hochaltrigen, die meisten aber fühlen sich gesund.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 19. Februar 2019 (01:24)
NÖN
Die Studie bestätige, dass Ältere zuhause bleiben wollen, so Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

89.000 Menschen in NÖ sind über 80 Jahre alt. Und sie alle sind sehr verschieden. Das zeigt die Hochaltrigenstudie NÖ der Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen.

Foto: docent/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Wie die 80- bis 85-Jährigen leben, hängt unter anderem von Wohnort, Einkommen, Bildung und Gesundheitszustand ab. Aber auch vom Geschlecht. „Frauen im hohen Alter geht es oft weniger gut, sie haben eine geringere Bildung, ein geringeres Einkommen und damit einen niedrigeren sozioökonomischen Status“, so Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Und das wiederum bringt schlechtere Voraussetzung für die Gesundheit mit sich.

Wohnsituation.

Die meisten wohnen in Eigentum, wünschen sich, solange wie möglich zuhause zu bleiben, sind mit ihrer Wohnumgebung zufrieden, mit den Grünanlagen, der ärztlichen Versorgung usw. – nicht aber mit den verfügbaren Toiletten. Übrigens ist Inkontinenz die dritthäufigste Erkrankung in diesem Alter.

Etwa ein Drittel der Niederösterreicher über 80 Jahren lebt allein. Bei Männern sind es 23 Prozent, bei Frauen 60 Prozent in städtischen Gemeinden, 30 Prozent in ländlichen Gemeinden, verrät Sophia Psihoda, die Autorin der Hochaltrigenstudie.

Von jenen, die in Pflegeeinrichtungen leben, würden 80 Prozent diese Betreuungsform weiterempfehlen. „Das zeigt, dass in unseren Häusern gut gearbeitet wird“, freut sich Teschl-Hofmeister.

Soziale Kontakte.

Ehe und Kinder spielen eine wichtige Rolle. Etwa drei Viertel sind mit der Beziehung zur Familie sehr zufrieden und haben regelmäßig Kontakt zu mehreren Angehörigen und Freunden. Schwieriger ist es für Menschen ohne Freunde, Verwitwete und Heimbewohner. Sie haben ein höheres Risiko, einsam zu sein. Einsam fühlen sich übrigens rund 10 Prozent der Studienteilnehmer. Allerdings sind 87 Prozent der Studienteilnehmer mit ihrer Lebenssituation zufrieden.

Aktivität. Über-80-Jährige sehen fern, lesen, besuchen Freunde und Familie, gehen spazieren und arbeiten im Garten. Mehr als die Hälfte macht täglich zwischen ein und drei Stunden körperliche Bewegung.

Gesundheit.

Fast die Hälfte braucht keine Unterstützung und Betreuung. Zwar hat der Großteil mindestens eine chronische Krankheit (85 Prozent). Knapp die Hälfte hat häufig Schmerzen, nimmt mehr als fünf Medikamente ein und zeigt kognitive Beeinträchtigungen (auch wenn das noch keine Demenz ist). Doch fühlen sich fast zwei Drittel der Befragten gesund. Gesünder sind übrigens vor allem Menschen, die zuhause leben, eine höhere Bildung besitzen und einen höheren sozioökonomischen Status haben.

Pflegevorsorge.

Weniger als ein Drittel hat eine Vollmacht oder Verfügung und die eigenen vier Wände pflegegerecht umbauen lassen. Warum das so ist? „Man versucht, die Zeit, die man hat, zu genießen“, glaubt Georg Ruppe, Geschäftsführer der Plattform. Die Möglichkeit einer möglichen, künftigen Pflegebedürftigkeit wird ganz bewusst ausgeblendet.