Energie- und Umwelt-Gemeindetag 2022

Erstellt am 17. September 2022 | 11:55
Lesezeit: 3 Min
Das Thema „Energie.Sicherheit.Niederösterreich“ stand am Freitag im Zentrum des Gemeindetages 2022 der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ in Grafenegg, an dem über 1.000 Gemeindevertreter teilnahmen.
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An der Spitze der Ehrengäste standen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Der Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV) Christian Helmenstein beschäftigte sich in einem Vortrag mit der Frage, ob eine niederösterreichische Energieautonomie machbar und sinnvoll ist. Darüber hinaus wurden die neuen e5-Gemeinden vorgestellt und Gemeinden für ihr Engagement im Energie- und Umweltbereich ausgezeichnet.

"Das Land Niederösterreich ist in diesem Bereich Vorreiter und hat eine lange Tradition bei der Energiewende und beim Klimaschutz", so die Landeshauptfrau. 450 von 573 Kommunen in Niederösterreich seien Klimabündnisgemeinden und auch das e5-Programm ist laut Johanna Mikl-Leitner ein Erfolgsmodell.

2010 seien „nur“ zehn Gemeinden dabei gewesen, heute würden bereits 65 niederösterreichische Gemeinden in der Gemeinde-Energie-Champions-League mitspielen, hob sie hervor.

Landeshauptfrau möchte rasche Lösungen

Die Landeshauptfrau sehe es gerade deshalb umso wichtiger, in den aktuell so herausfordernden Zeiten rund um die steigenden Energiepreise rasche Lösungen für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu präsentieren. Sie betonte, dass sie mit dem Paket ‚Niederösterreich hilft‘, welches das Pendeln, Heizen, Wohnen, Schulgeld und die Stromkosten umfasst, eine schnelle und umfangreiche Entlastung umgesetzt hätten.

LH-Stellvertreter Pernkopf sieht die nächsten Monate noch als sehr herausfordernd, aber jeder könne seinen Beitrag leisten. 200.000 Lichtpunkte, das ist die Hälfte aller Straßenlaternen in Niederösterreich, wurden laut ihm bereits auf energieeffiziente LED umgerüstet, der Rest werde im Rahmen einer Energiesparoffensive der Energieberatung NÖ folgen.

Bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik habe es im heurigen Sommer eine Steigerung um 22 Prozent gegeben. Laut Pernkopf werde mit dem Zonenplan für Photovoltaik-Freiflächen, der eine Gesamtfläche von 1.288 Hektar für neue PV-Anlagen vorsieht, ein wichtiger Schritt gesetzt, um die bestehenden Anlagen bis 2030 zu verdoppeln. Um ein starkes Zeichen für den Artenschutz zu setzen, wurde jeder Gemeinde in Grafenegg ein Obstbaum überreicht.

Interesse für Klimaschutz sei größer denn je

IV-Chefökonom Christian Helmenstein betont, dass die Energieautonomie in Niederösterreich über erneuerbare Energieträger sinnvoll und machbar sei. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich empfindet das Interesse für die Themen Energie und Klimaschutz als größer denn je. Die Gemeinden seien besonders wichtige Impulsgeber für sie und zentrale Partner, wenn es darum gehe, die Bevölkerung zu informieren und konkret zu unterstützen. 

Martin Ruhrhofer, Leiter vom Umwelt-Gemeinde-Service, gab einen Überblick über aktuelle Energiesparmaßnahmen in den Gemeinden und betonte: „Die beste Kilowattstunde ist die, die gar nicht verbraucht wird.“

Im Rahmen des Gemeindetages wurden Oed-Öhling und Spillern als neue e5-Gemeinden vorgestellt. Mit Biedermannsdorf, Gaweinstal, Krummnußbaum, Laa an der Thaya, Euratsfeld, Leobersdorf, Ernstbrunn, Wolkersdorf, Hafnerbach, Oberwaltersdorf, Echsenbach, Mank und Großschönau wurden e5-Gemeinden ausgezeichnet.

Bereits am gestrigen Vormittag fanden Impulsgruppen zur nachhaltigen Mobilität, Energiewende und Naturschutz statt. Gemeindevertreter konnten sich zudem in der Innovationszone und im Beratungscorner über neuste Trends informieren.