In Pause nicht aufs Klo: NEOS kritisieren Schul-Regeln. Nicht gut gerüstet sehen die NEOS die NÖ-Schulen für die nächste Etappe der Wiederöffnung am Montag. Die Hygiene-Bestimmungen werden unterschiedlich ausgelegt und gehen teils weiter als eigentlich vorgesehen, meint Landessprecherin Collini. ÖVP-Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister erwartet hingegen Schulstart ohne Probleme und mit einheitlichen Regeln.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Mai 2020 (10:20)
Indra Collini
NEOS NÖ

Im Hygiene-Handbuch festgeschriebene Maßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen oder das Tragen von Masken, sollen Schüler und Lehrer vor einer Corona-Ansteckung schützen, wenn diese vor dem Sommer noch einmal in die Klassen zurückkehren. Dass diese Regeln überall wie vorgesehen und einheitlich ausgelegt werden, glaubt NEOS-Landessprecherin Indra Collini aber nicht.

Sie kritisiert, dass Direktoren bei der Umsetzung der Maßnahmen des Bildungsministeriums allein gelassen oder nicht entsprechend darüber informiert wurden. Als Beispiel nennt sie eine Schule im Industrieviertel. Dort gebe es die Anweisung, dass Kinder ihren Einzeltisch in den Pausen nicht verlassen oder den Mund-Nasen-Schutz nur am Tisch abnehmen dürfen. Aufs Klo gehen dürfe man nur während des Unterrichts, nicht in der Pause. Auch beim Maskentragen etwa gehen, laut Collini, die Anweisungen der Schulleiter oftmals weiter, als es die Bestimmungen der Bundesregierung vorsehen.

In einer Anfrage an Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister wirft Collini Fragen rund um die Umsetzung auf und fordert klare Vorgaben für die nächste Phase der Schulöffnung am 18. Mai auf. "Wir brauchen klare Vorgaben seitens des Landes für die Phase ab 18. Mai und vor allem die Sicherstellung der einheitlichen Umsetzung der vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen, nicht nur für die physische, sondern auch für die psychische Gesundheit der Kinder und Pädagogen", schreibt Collini.

Teschl-Hofmeister: "Schulen sind vorbereitet"

Einen gelungen Schulstart mit einheitlichen Standards erwartet sich hingegen Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Die Schulen in Niederösterreich seien umfassend auf den  18.5. vorbereitet.

"Die Pädagoginnen und Pädagogen sind mit der Umsetzung der Hygiene-Richtlinien vertraut und die Schulen wurden sowohl seitens des Landes als auch seitens der Schulerhalter mit notwendigen Materialien ausgestattet. Es ist uns nicht bekannt, dass die sehr eindeutigen Richtlinien im Hygiene-Handbuch unterschiedlich ausgelegt werden. Wir sind davon überzeugt, dass die Pädagoginnen und Pädagogen in Niederösterreich sehr sensibel und professionell mit den Herausforderungen umgehen", sagt Teschl-Hofmeister.

Und betont: "Für eventuelle Rückfragen der Eltern steht selbstverständlich die Direktion oder in weiterer Folge die Bildungsdirektion zur Verfügung."