St. Pölten

Erstellt am 12. Juni 2018, 13:19

von APA Red

Land NÖ mit Waldschutzprogramm gegen Borkenkäfer. Im Kampf gegen den Borkenkäfer setzt das Land Niederösterreich nun auch auf ein Waldschutzprogramm. Die am Dienstag von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LHStv. Stephan Pernkopf (beide ÖVP) präsentierte Initiative ist mit bis zu einer Million Euro dotiert.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Waldverbandsobmann Franz Fischer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (von links nach rechts).  |  NLK Pfeiffer

Das Geld sei als zusätzliche Unterstützung beim Ankauf von Schutznetzen und für Behandlungstechniken, zur Finanzierung von mobilen Einsatztrupps und auch für Kleinwaldbesitzer bei Forstschutzmaßnahmen vorgesehen, erläuterte Mikl-Leitner.

Die Land- und Forstwirte bräuchten vollste Unterstützung. Vom Borkenkäfer am stärksten betroffen sei derzeit das Waldviertel. Es bestehe freilich die Sorge der Ausbreitung auf das Alpenvorland, den Wienerwald und weitere Regionen in Niederösterreich, sagte die Landeshauptfrau.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (von links nach rechts) im Zuge des Pressegespräches im NÖ Landhaus.  |  NLK Pfeiffer

Schadholz müsse auch rasch abtransportiert werden, um gesunde Bäume vor einem möglichen Befall durch den Borkenkäfer zu schützen. In diesem Zusammenhang erinnerte Mikl-Leitner daran, dass das höchstzulässige Gesamtgewicht für Holztransporte von 44 auf 50 Tonnen erhöht worden sei.

Nicht zuletzt habe das Land auch bereits Gespräche mit dem Landwirtschafts- und dem Finanzministerium aufgenommen. Dabei gehe es um eine Öffnung des Katastrophenfonds. Zudem würde im Notfall das Bundesheer mit Personal und Gerät im Assistenzeinsatz bereitstehen.

„Waldschutzprogramm“ zur Bekämpfung der Borkenkäfer-Problematik: LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Waldverbandsobmann Franz Fischer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (von links nach rechts).  |  NLK Pfeiffer

Die Schadholzmenge von 1,5 Millionen Festmeter durch den Borkenkäfer habe 35 Millionen Euro an Schaden im vergangenen Jahr bedeutet, erinnerte Pernkopf. Für 2018 sei wegen anhaltender Trockenheit von 1,8 bis 2,2 Millionen Festmeter auszugehen. Es habe oberste Priorität, Schadholz möglichst schnell aus dem Wald zu bringen. Daher müssten auch Lagerkapazitäten aufgebaut werden.

Die gesetzten bzw. angedachten Maßnahmen würden zeigen, dass die Lage vom Land ernst genommen werde, sagte der niederösterreichische Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes. Rasches Handeln sei jedenfalls erforderlich. "Wir wissen noch nicht, wie ernst die Situation wirklich wird."

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (von links nach rechts).  |  NLK Pfeiffer