Insgesamt 22 Mrd. Euro für Forschung in der EU. Ob spritsparende Flieger oder neue Antibiotika: Die EU-Kommission öffnet ihr Forschungsbudget für neue Innovationen in der Industrie. Ein Förderpaket in Höhe von 22 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 werde die Wirtschaft stärken, sagte EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn am Dienstag in Brüssel. Hierbei will die Kommission staatliche Ausgaben mit Investitionen privater Firmen koppeln.

Erstellt am 10. Juli 2013 (15:22)

Von der EU sollen 8 Mrd. Euro und 4 Mrd. von EU-Staaten kommen. Die Industrie wäre mit 10 Mrd. Euro dabei. Die Pläne bedürfen noch der Zustimmung von EU-Parlament und EU-Staaten.

Die Kooperation geschieht im Rahmen der öffentlich-privaten Partnerschaften (Public Private Partnership). Hierbei übernimmt die Wirtschaft Kosten, um neue Projekte umzusetzen. Im Gegenzug erhalten die Firmen künftige Einnahmen.

Die EU-Forschungskommissarin hält solche Wege zur Finanzierung von Großprojekten für notwendig, um Europas Führungsrolle in globalen Innovationen zu verteidigen. "Wir müssen öffentliche und private Ausgaben ankurbeln, um im globalen Wettbewerb mitzuhalten oder an der Spitze zu bleiben", sagte Geoghegan-Quinn.

So habe Europa zwar die erste kommerziell nutzbare Raffinerie für Biomasse an den Start gebracht. Nun wolle China aber im Jahr 2015 neun solcher Anlagen haben, sagte sie. Mehr Innovationstempo sei daher nötig. Hierbei werde das neue Förderpaket helfen.

Die EU-Gelder sind ein Teil des Forschungsprogramms Horizon 2020. Hier hatte Geogeghan-Quinn mit 80 Milliarden geplant, das Europaparlament mit 100 Mrd. Euro. Die EU-Staaten drückten das Forschungsbudget aber auf 70 Mrd. Euro. Auf die Frage, ob die Industrie nun wegen des Rotstifts in den Forschungs-Budgetplänen der EU verstärkt mitmachen müsse, sagte Geoghegan-Quinn: "Die Einbeziehung der Industrie hat nichts damit zu tun, dass wir weniger Geld für Horizon 2020 bekommen haben."