Kritik: Keine Deutschkurse für Asylwerber in NÖ. SOS-Mitmensch bemängelt, dass das Land keine Deutschkurse für Asylwerber finanziere. Damit sei die Lage, im Vergleich zu den anderen Bundesländern, hier am schlechtesten. Landesrat Waldhäusl dementiert den Vorwurf.

Von Sabrina Luger. Erstellt am 23. Januar 2020 (16:49)
Landesrat Gottfried Waldhäusl meint es gibt ein ausreichendes Angebot
FPÖ NÖ

Bundesweit habe sich das Angebot an Deutschkursen für Asylwerber seit 2016 massiv verschlechtert. Das kritisiert die Organisation SOS-Mitmensch, nachdem die Situation österreichweit analysiert wurde. In einer Meldung der Organisation heißt es, Niederösterreich würde von den neun Bundesländern am wenigsten Unterstützung anbieten - nämlich keine eigenen Sprachkurse für Asylwerber finanzieren. Tirol schneidet in ihrem Ranking am besten ab.

Ein Grund für die jetzige Situation sei das Ende der Co-Finanzierung durch den Bund. Diese endete bereits im Herbst 2018. Hinsichtlich des Rückgangs der angebotenen Kurse betont die Leiterin der Erhebung Sonja Kittel: „Einige Bundesländer haben versucht das abzufedern, aber das ist nicht überall gelungen.“

Kurse für anerkannte Flüchtlinge und „subsidiär Schutzberechtigte“ werden von dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) abgewickelt. Asylwerber, die eine hohe Anerkennungswahrscheinlichkeit haben, können an diesen Kursen ebenfalls teilnehmen. Der ÖIF hat der APA mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr von österreichweit 20.000 Kursplätzen 335 Plätze an Asylwerber vergeben wurden.

Waldhäusl: "Jeder Asylberechtigte kann Deutschkurs besuchen"

Der FPÖ-Landesrat für Integration Gottfried Waldhäusl dementiert den Vorwurf der Organisation SOS-Mitmensch. „Deutschkurse für Asylwerber und Asylberechtigte sind in Niederösterreich eine gelebte Selbstverständlichkeit“, so der Landesrat. Er verweist auf den ÖIF als zuverlässigen Partner und betont, dass es „etliche vom Land geförderte 
Projekte, die die Vermittlung der deutschen Sprache beinhalten“ gebe. Außerdem würde ein neuer Vertrag mit dem ÖIF kurz vor der Unterzeichnung stehen. 
Genauere Informationen seinerseits gibt es dazu nicht.