Köstinger: "Niederösterreich ist absolutes Vorbildland“

Erstellt am 20. Februar 2018 | 01:51
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Verhaltensänderungen durch Anreize seien notwendig, sagte Köstinger
Nachhaltigkeits-Ministerin Elisabeth Köstinger
Foto: APA (Archiv)
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Nachhaltigkeits-Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) über Landflucht, Liftkartenpreise & Umweltpolitik.

NÖN: Sie haben den modernen Begriff der Nachhaltigkeit als Hauptressort in Ihrem Ministerium. Welche nachhaltigen Entscheidungen darf man sich in Niederösterreich von Ihnen erwarten?

Elisabeth Köstinger: Es ist uns gelungen, den gesamten Bereich des ländlichen Raums aufzuwerten, indem zur Landwirtschaft und Umwelt eben auch der große Themenbereich Energie und der große Themenbereich Tourismus dazugekommen sind. Mein Ressort bündelt somit die gesamte Kraft des ländlichen Raums unter dem Dach der Nachhaltigkeit. Nur wenn wir es schaffen, unsere Lebensressourcen so zu schützen und zu erhalten, dass wir sie der nächsten und übernächsten Generation auch weitergeben können, wird unsere Politik erfolgreich sein. In Niederösterreich sehe ich noch Potenzial, Synergien der einzelnen Bereiche in meinem Ressort besser zu nützen und daran werden wir gemeinsam mit der NÖ Landesregierung arbeiten.

NÖN: Das ist in der Landwirtschaft besonders wichtig, wo viele Höfe wegen Nachwuchsproblemen aufgegeben werden.

Ja. Das kann man gerade auf die bäuerlichen Familienbetriebe herunterbrechen. Wenn wir es nicht schaffen, unsere kleinsten Einheiten zu erhalten, dann wird irgendwann einmal alles gleich schmecken und alles gleich produziert werden. Das ist nicht der Weg, den wir in Österreich gehen wollen. Wir wollen die Vielfalt erhalten, wir wollen die kleinen Strukturen erhalten.

Ihr Vorgänger Andrä Rupprechter hat den „Masterplan ländlicher Raum“ auf den Weg gebracht, um die dezentralen Regionen im Land zu stärken. Werden Sie diese Aktion weiterführen?

Absolut, weil gerade der ländliche Raum ein Schwerpunktthema der gesamten Regierung ist. Zwei Drittel unserer Bevölkerung in Österreich leben im ländlichen Raum. Wir kämpfen mit vielen Herausforderungen wie zum Beispiel der Landärzte-Thematik. In den nächsten Jahren werden rund 60 Prozent der Landärzte in Pension gehen. Diese Überalterung wird schnell spürbar werden. All diese Herausforderungen sind bereits im Masterplan angesprochen.

In der Umweltpolitik ist Ihr Ziel, Österreich bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Niederösterreich hat das bekanntlich bereits umgesetzt. Wie weit gibt es da einen Know-how-Transfer von Niederösterreich zum Bund bzw. wie stark nimmt Niederösterreich da eine Vorreiterrolle ein?

Niederösterreich ist absolutes Vorbildland. Der Weg, den speziell Landesrat Pernkopf eingeschlagen hat, ist beispielgebend für den Bund. Wir nehmen uns da natürlich große Anleihe, da wir ja bei unseren Klimazielen nach wie vor hinterherhinken. Wir sehr viel zu tun haben, damit wir den niederösterreichischen Weg für ganz Österreich umsetzen können.

Wie sehen Sie als Verantwortliche für den Tourismus die Diskussion über den starken Anstieg der Skiliftkarten-Preise in den letzten Jahren. Muss hier gegengesteuert werden, um den Skitourismus für Familien leistbarer zu machen?

Der Tourismus und Wintertourismus brauchen eine Gesamtstrategie. Ein Aspekt, bei dem wir ansetzen werden, ist, die Schulskikurse leistbarer zu machen, damit die Kinder den Sport für selbstverständlich und wichtig empfinden.

Wären Ihrer Meinung nach Gratisliftkarten für Kinder bis 15 Jahren eine mögliche Maßnahme?

Es wäre eine überlegbare Maßnahme. Aber wie gesagt, es braucht ein Gesamtkonzept, dass natürlich dann auch finanzierbar ist.