1,3 Milliarden Euro für die Gesundheit. Regionale Versorgung in Niederösterreich soll sichergestellt werden. Veränderungen bringt das etwa im Mostviertel.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:08)
In Mauer (Bezirk Amstetten) entsteht ein neuer Bildungscampus. Die Neurologie (Gebäude am Bild) soll jedoch von dort „abwandern“. 
Heribert Hudler

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist. In Niederösterreich fließen, wie von der Landesregierung beschlossen, in den kommenden zehn Jahren 1,3 Milliarden Euro hinein. Mit diesem Geld sollen Landeskliniken sowie Pflege- und Betreuungszentren modernisiert oder erweitert werden.

Größtes Projekt ist bis 2030 der Neubau des Klinikums Wiener Neustadt. Die Planungen laufen. Bis 2029 soll die Einrichtung mit 680 Betten, 18 Operationsräumen, 13 Eingriffs- und fast 100 Ambulanzräumen neu errichtet werden. Investiert wird, laut Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, eine „Rekord-Summe“ von 560 Millionen Euro.

Dafür, dass die Kliniken und Pflegeheime gut ausgebildetes Personal bekommen, soll am Bildungscampus Mauer (Bezirk Amstetten) gesorgt werden. Dort werden für 57 Millionen Euro die Schulstandorte für Gesundheits- und Krankenpflege Mauer, Amstetten und Scheibbs zusammengeführt. Ab 2022 sollen Grundausbildungen zur Gesundheits- und Krankenpflege sowie Sonderausbildungen wie psychiatrische Pflege angeboten werden.

Diskussionen über Neurologie-Standort

Spätestens dann wird es auch eine Veränderung im medizinischen Angebot des Krankenhauses geben, die bei einigen momentan für Aufregung sorgt: Die Abteilung zur Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen soll von Mauer nach Melk übersiedeln. Dort stand eine Bettenstation einige Jahre lang leer, zuletzt wurde sie als Corona-Station genutzt. Eine zweite Neurologie-Abteilung wird von Mauer nach Amstetten übersiedeln. Das soll die Konzentration der neurologischen Akutversorgung in Amstetten ermöglichen. Auswirkungen hat das wiederum auf Scheibbs: Dorthin wird nämlich die elektive Orthopädie aus Amstetten transferiert.

Geplant ist außerdem die Generalsanierung des Klinikums Krems. Strahlentherapie und Kardiologie werden ausgebaut. In das Projekt fließen 57 Millionen Euro. In Tulln wird für 44,5 Millionen Euro die Kinder- und Jugendpsychologie erweitert.

1.600 zusätzliche Plätze für stationäre Pflege

Noch wichtiger wird in den kommenden Jahren auch die Pflege. Allein schon wegen der zunehmend älter werdenden Gesellschaft. Der Altersalmanach sagt einen Zusatzbedarf von 2.000 Betten im stationären Bereich voraus. Das Land will daher knapp 400 Plätze sofort umsetzen und weitere 1.600 Plätze in der Ausbauplanung berücksichtigen. Für den Zeitraum 2020 bis 2030 bedeute das eine Summe von 360 Millionen.

Bei der Notwendigkeit der Investitionen in das Gesundheitssystem demonstrierte die Landesregierung Einigkeit. „Es geht uns um eine sichere, moderne und regionale Gesundheitsversorgung“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): „Geht um sichere, regionale Gesundheitsversorgung.“
NLK/ Filzwieser

Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) betonte, dass die Politik den Auftrag habe, das Gesundheitssystem weiter zu gestalten, und Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hielt fest, wie wichtig es sei, dass hier bewusst investiert und nicht gespart wird.

Gefeiert wurde mit der Präsentation auch die „Geburt“ der Landesgesundheitsagentur. Am 1. Juli übernahm diese nach ihrer Gründung zu Jahresbeginn offiziell die Betriebsführung aller Landeskliniken und -heime.