Italienischer Müll stinkt den Grünen. Dass Abfall aus dem Süden zur Verwertung nach Niederösterreich transportiert wird, ist für Grünen-Landessprecherin Helga Krismer-Huber der Schildbürgerstreich des Monats. Der gesetzliche Rahmen muss hier geändert werden, fordert sie.

Von Lisa Röhrer und APA, Redaktion. Update am 26. November 2019 (17:42)

"Ciao Abfall Italiano", steht auf dem Schild, mit dem Grünen-Landessprecherin Helga Krismer-Huber und der St. Pöltner Gemeinderat Grünen-Gemeinderat Markus Hippmann in der Landeshauptstadt ein Zeichen gegen den Müll aus Italien setzen wollen. Zehn Minuten stehen sie damit vor der Müllverwertungsanlage am Ziegelofen. In dieser Zeit fahren vier Lkw mit italienischen Kennzeichen vor. Der Geruch von Müll verbreitet sich.

Das Problem wird für Krismer zum richtigen Zeitpunkt demonstriert. "Es kann nicht sein, dass tausende Tonnen Müll von Italien nach Niederösterreich gebracht werden", erklärt sie, warum sie mit einem Schild vor der Abfallverwertungsanlage am Ziegelofen steht. Konkret handelt es sich dabei um 7.000 Tonnen Hausmüll, die seit Jahren in einer Mülldeponie im süditalienischen Battipaglia nahe Salerno gelegen sein sollen. 

Gesetzlich gibt es mit der Verwertung des Abfalls aus dem Süden, für den die Hainfelder Firma Zöchling den Zuschlag bekommen hat, kein Problem.  "Alles, was da abläuft ist legal", weiß die Grünen-Abgeordnete. Genau das sei für sie aber das Problem. "Der gesetzliche Rahmen lässt zu, dass Hausmüll von Italien nach Niederösterreich gebracht wird, um hier entsorgt zu werden", meint sie kopfschüttelnd. Das müsse geändert werden. "Ich freue mich über jede Zitrone aus Italien, aber so etwas Minderwertiges muss nicht durch Europa transportiert werden", meint Krismer-Huber mit Verweis auf den Umweltschutz.

Zöchling: Abfälle lagerten nicht jahrelang auf Deponie

Die Zöchling Abfallverwertung GmbH hat am Dienstagnachmittag klargestellt, dass es sich bei dem Müll, der aus Italien importiert werden soll, nicht um bereits jahrelang auf einer Deponie gelagerte Abfälle handelt. Das Material stamme vielmehr "aus der laufenden Sammlung und Behandlung von Hausmüll", teilte das Unternehmen der APA schriftlich mit.