Vor 25 Jahren tagte der NÖ Landtag erstmals in St. Pölten

Erstellt am 17. Mai 2022 | 19:34
Lesezeit: 4 Min
Mit einer Festsitzung wurde das Jubiläum der ersten Landtagssitzung in St. Pölten am 21. Mai 1997 gefeiert. Landeshauptfrau Mikl-Leitner: „Niederösterreich hat an Stärke und Selbstbewusstsein gewonnen.“
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Zur Landeshauptstadt wurde St. Pölten zwar bereits im Jahr 1986 ernannt. So richtig komplettiert wurde dieser Vorgang der Hauptstadt-Werdung aber erst am 21. Mail 1997. An diesem Tag fand  im Landhaus des Regierungsviertels in St. Pölten die erste Landtagssitzung statt.

Mit dabei waren 1997 unter anderem der damalige Bundeskanzler Viktor Klima, Landeshauptmann Erwin Pröll,  Landtagspräsident Franz Romeder und Ex-Finanzreferent Edmund Freibauer. Die beiden Letzteren waren heute auch bei der Festsitzung anwesend. Ebenfalls mit dabei, die ÖVP-Abgeordneten Klaus Schneeberger, Karl Moser und Martin Michalitsch, die auch heute noch (allerdings die letzte Periode) als Landtagsabgeordnete tätig sind.

„Wenn das Land Niederösterreich einmal seine Hauptstadt haben wird, werden wir es nicht glauben, dass es so lange keine Hauptstadt gegeben hat“, hatte Landtagspräsident Franz Romeder nach einer 20 Minuten langen Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste 1997 gemeint. Und genauso empfinden es die Niederösterreichinnen und Niederösterreicher heute.„Mit der Übersiedelung von der Herrengasse in Wien nach St. Pölten ist die Landesregierung und der Landtag mitten im Land und mitten im Herz der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher angekommen“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in ihrer Rede.

Die Festsitzung reihte sich in den Reigen der Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum von Niederösterreich. „In den letzten 100 Jahren hat unser Land unglaublich an Stärke, Selbstbewusstsein und Identität gewonnen“, so die Landeshauptfrau.  Für 94 Prozent der Bevölkerung sei Niederösterreich ein lebens- und liebenswertes Land, wie die große Umfrage zur Landesstrategie 2030 ergeben habe.

„Neun von zehn sagen, sie fühlen in Niederösterreich ihre Heimat. Und das ist wichtig, weil Heimat Kraft und Orientierung gibt“, unterstrich die Landeshauptfrau die Lebensqualität im Land.

In seiner Festrede sprach Universitätsprofessor Konrad Paul Liessmann über die Demokratie im Spannungsfeld von Anspruch und Gefährdung und stellte sich die Frage „Wer vertritt wen?“. „Die repräsentative Demokratie bedeutet, dass jeder Bürger jeden vertreten kann“, betonte Liessmann und festigte die Notwendigkeit, dass alle Wählerstimmen gleich viel wert sind.

Liessmann erinnerte an die Bedeutung der Demokratie als Herrschaftsform, in der das Volk den Anspruch hat, die politischen Belange auf Basis von Mehrheitsentscheidungen zu bestimmen. „Die Demokratie lebt letztlich von dem Vertrauen in die Mehrheit. Und zur Demokratie gehört ein langer Atem“, erklärte Liessmann.

Auch der aktuelle Landtagspräsident Karl Wilfing hielt ein Plädoyer auf die Demokratie. Die Übersiedlung von Wien nach St. Pölten habe sich „in allen Bereichen hervorragend bewährt“, verwies er auch auf die erfolgreiche Kultur- und Wissenschaftspolitik. „Fakt ist: In den letzten 25 Jahren haben wir es geschafft politisch zu diskutieren und dabei gleichzeitig jedem und jeder gegenüber jene Wertschätzung zu zeigen, die es braucht, damit die Demokratie die Anerkennung der Wählerinnen und Wähler findet“, zeigte sich Wilfing überzeugt.

Rechtzeitig zum 25-Jahr-Jubiläum hat sich der Landtag auch selbst ein Geschenk gemacht. Im Herbst entsteht das Forum Landtag, damit die Leistungen des Landtages noch sichtbarer gemacht werden. „Damit soll ein Begegnungszentrum geschaffen werden“, betonte die Landeshauptfrau.