Justizministerin Karl verliert Wählervertrauen. Justizministerin Karl (ÖVP) ist die große Verliererin im aktuellen APA-/OGM-Vertrauensindex. Im Lichte ihres Agierens beim Jugendstrafvollzug stürzt sie gegenüber Juni um zwölf Prozentpunkte auf einen Saldo von minus 14 ab, am stärksten unter den abgefragten Bundespolitikern. Vizekanzler Spindelegger (ÖVP) liegt weiter vor Kanzler Faymann (SPÖ). Beide verloren, Spindelegger aber stärker.

Erstellt am 19. Juli 2013 (10:30)

Der Vertrauensindex bildet ein Saldo aus "Vertrauen" und "kein Vertrauen" (in Prozent) ab. Basis waren 501 Interviews unter Österreichern ab 16 Jahren am 16. Juli. Die maximale Schwankungsbreite beträgt 4,5 Prozent.

An der Spitze des Vertrauens rangiert erneut Bundespräsident Fischer mit 53 Punkten (plus acht, der Bestwert auch bei der Veränderung), dahinter folgt Nationalratspräsidentin Prammer (SPÖ) mit 23 Punkten (+5). Auf den vorderen Rängen finden sich auch wieder Integrationsstaatssekretär Kurz (ÖVP) mit 18 (+5) und Verteidigungsminister Klug mit 16 (+2) Punkten.

Knapp negativ mit minus zwei Punkten (-1) ist weiter Faymann, knapp positiv Spindelegger mit einem Saldo von plus eins. Der Vizekanzler verlor aber fünf Prozentpunkte, was OGM-Chef Wolfgang Bachmayer in Zusammenhang mit den laufenden Lehrerdienstrecht-Verhandlungen sieht.

Bachmayer verweist auf Verschlechterungen auch bei den anderen beteiligten Regierungsmitgliedern. So ist Unterrichtsministerin Schmied die am schlechtesten Bewertete des SPÖ-Teams, sie verlor sieben Punkte und kommt jetzt auf einen Saldo von minus 24. Finanzministerin Fekter (ÖVP) verlor sechs Punkte und liegt bei minus 22.

Verschlechtert hat sich auch Landwirtschaftsminister Berlakovich (ÖVP), mit einem Negativsaldo von 42 (-1) ist der von der Bienendebatte gezeichnete Ressortchef weiterhin das Schlusslicht des rot-schwarzen Kabinetts. Noch schlechter wurden erneut nur Beamten-Gewerkschafter Neugebauer (ÖVP) mit minus 48 (-3) und der dritte Nationalratspräsident Martin Graf mit minus 62 Punkten (-7) bewertet.

Grünen-Chefin Glawischnig hat ihren seit der Salzburger Landtagswahl deutlich gestiegenen Vertrauenswert noch etwas ausgebaut, sie liegt mit plus fünf Punkten (+4) als einzige Oppositionspolitikerin im positiven Bereich. FPÖ-Chef Strache und Partei-Neueinsteiger Frank Stronach liegen Kopf an Kopf bei einem Negativsaldo von 35, wobei Strache drei Prozentpunkte dazugewonnen hat und Stronach drei verlor. Ebenso viel büßte BZÖ-Chef Bucher ein, er liegt nun bei minus 29 Punkten.