Erstellt am 17. Januar 2017, 02:05

von Martin Gebhart

Kampfansage gegen FPÖ. Einen Tag nach seiner „Plan-A-Rede“ in Wels trat Kanzler Christian Kern beim SPÖ-Gemeindevertreterverband in Krems auf. Sehr großes Interesse an seiner Rede.

Bürgermeister Matthias Stadler, Kanzler Christian Kern, Bürgermeister Reinhard Resch und Gemeindevertreterverband-Präsident Rupert Dworak mit dem neuen Logo der SPÖ-Gemeinden in NÖ.  |  Marschik

Die „Plan-A-Rede“ von Bundeskanzler Christian Kern in Wels hat der SPÖ ein Hochgefühl beschert. Das merkte man am Tag danach beim Neujahrsempfang des SPÖ-Gemeindevertreterverbandes (GVV) in der Fachhochschule in Krems. Der Saal war gesteckt voll, die Vor- und Nachredner wurden nur mit einem höflichen Klatschen belohnt. Im Zentrum stand die Rede von Christian Kern und danach die Fotos mit ihm.

Dabei hatte Präsident Rupert Dworak für den Empfang, der wegen der bevorstehenden Gemeinderatswahl in Krems stattfand, einiges parat. Etwa ein neues Logo für den GVV. Und eine Ansage für den Kremser SPÖ-Bürgermeister Reinhard Resch, von dem man im Herbst einen Wahlsieg erwartet. SPÖ-Landesvorsitzender Matthias Stadler verteidigte in seiner Rede die neue Struktur der Landes-SPÖ. Und er konnte sich einen Seitenhieb auf die Landes-ÖVP wegen der Verschärfungen bei der Mindestsicherung nicht verkneifen: „Die Familien, die jetzt nicht mehr wissen, wie sie die Miete zahlen, sind jetzt da.“

"Wir sind immer eine Bewegung gewesen"

Das alles rutschte aber in den Hintergrund, weil die Besucher auf die Rede von Kern warteten. Und der wiederholte Punkte seiner Welser Rede. Etwa die Herausforderung der Digitalisierung. Kern: „Wir sind immer eine Bewegung gewesen, die sich an der Zukunft orientiert hat.“

Genauso stellte er den Kanzleranspruch bei der Nationalratswahl. Nicht zuletzt mit seiner Forderung nach einem Mehrheitswahlrecht. Kern: „Wir wollen den Schlüssel zum Bundeskanzleramt nicht den Blauen überlassen.“ Als Beispiele, die in dieser Richtung Mut machen, nannte er Krems und St. Pölten. In der Landeshauptstadt war er noch als ÖBB-Chef wahlwerbend für den Bürgermeister zu sehen gewesen. „Wenn ich in ein paar Jahren noch einmal bei euch stehe, wüsste ich gerne, wie das Gefühl ist, wen man bei einer absoluten Mehrheit nochmals zwei Prozent zulegt“, so Kern in Anspielung auf den Wahlerfolg von Stadler.

Präsident Rupert Dworak hatte das schwere Los, nach Kern reden zu müssen. Er hielt sich kurz und prophezeite nur, dass die SPÖ bei den Landtags- und Nationalratswahlen in NÖ zulegen werde.