Schnabl plant Reform der Landes-SPÖ. Zehn Neue unter den Top 15 der Landesliste. SPÖ will auch die von Stadler eingeführte Organisation evaluieren.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 19. Dezember 2017 (01:34)
Erich Marschik
„Dagegen sein alleine ist zu wenig“, sagt Franz Schnabl. Landesparteichef der SPNÖ.

Einen Umbau der Sozialdemokratie in Niederösterreich hat der SPÖ-Landesparteichef Landesrat Franz Schnabl in der Vorwoche bei der Präsentation der Landeslisten-Kandidaten für die Landtagswahl angekündigt. Und er hat dabei gleich einmal mit dem Namen der Partei begonnen. Die SPÖ Niederösterreich wird als „Liste Franz Schnabl – SPÖ“ am 28. Jänner 2018 ins Rennen gehen.

Hinter dem Spitzenkandidaten auf Platz zwei rangiert (doch etwas überraschend) wieder Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner. Danach folgt Klubobmann Alfredo Rosenmaier auf Platz drei. „Unter den ersten 15 Kandidaten sind zehn neue Namen zu finden“, will Schnabl die Erneuerung verdeutlichen.

Bestgereihter unter ihnen ist Reinhard Hundsmüller auf Platz vier. Er wurde ab sofort auch zum alleinigen Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich bestellt. Der St. Pöltner Robert Laimer, der diese Funktion unter Schnabls Vorgänger Matthias Stadler innegehabt hat und diese bis zuletzt gemeinsam mit Hundsmüller ausgeübt hat, wurde vorzeitig verabschiedet.

"Ich stehe zu der Entscheidung"

„Abschied nehmen“ könnte es auch für einige renommierte SPÖ-Abgeordnete heißen. Heidemarie Onodi hat ihren Abgang aus dem Landtag bereits verkündet. Anderen, wie zum Beispiel Rupert Dworak, könnte er ungewollt bevorstehen.

So steht zum Beispiel für den Bezirk Neunkirchen nicht der Ternitzer Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Dworak, sondern sein Vize Christian Samwald an wählbarer Stelle auf der Landesliste. „Ich stehe zu der Entscheidung“, sagt Dworak, die nach einem Gespräch mit Schnabl getroffen wurde. Und er hofft auf ein Bezirksgrundmandat in Neunkirchen. Dafür ist ein von Schnabl anvisierter Zugewinn an Stimmen bei der Landtagswahl nötig. Denn ein Grundmandat schafften 2013 nur die Bezirke St. Pölten, Baden und Wiener Neustadt.

Doch Schnabl blickt auch schon weiter nach vorne – auf die Gemeinderatswahl 2020. Dafür soll auch die unter Stadler eingeführte neue Organisationsstruktur der SPÖ-Bezirksparteien erneut unter die Lupe genommen werden.

Auch thematisch will Schnabl die SPÖ verändern: „Es greift zu kurz, immer nur gegen etwas zu sein. Wir müssen uns den Rückenwind selbst produzieren.“