Klimaticket, bitte warten!. Land-Bund-Gespräche in der Zielgeraden. Es gibt aber noch Hürden.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 03. Februar 2021 (06:38)
200.000 Landsleute haben heute eine Öffi-Jahreskarte. Mit dem Klimaticket werden es deutlich mehr werden.
ÖBB/ Eisenberger

Tirol, Vorarlberg und Salzburg haben es schon getan, Niederösterreich noch nicht – die Vereinbarung mit dem Bund zur Einführung des Klimatickets unterzeichnet. Gesichert ist damit in diesen drei Bundesländern aber vorerst nur die erste Stufe – das 3er-Ticket, also die österreichweite Ganzjahresfahrkarte um 1.095 Euro. Noch nicht dabei ist der mit Abstand größte Verkehrsverbund Österreichs, der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR).

Droht die von Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) für das erste Halbjahr 2021 angekündigte Einführung des Prestigeprojektes der türkis-grünen Bundesregierung zu scheitern? Nein, versichert sie: „Wir sind mit allen Bundesländern schon in weit fortgeschrittenen Gesprächen. Im Februar folgen die nächsten Abschlüsse.“

Nicht dabei sein wird wohl auch diesmal das größte Bundesland, auch wenn Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko versichert, dass Niederösterreich selbstverständlich für die Einführung des 1-2-3-Klimatickets ist. Aber: Man wolle gleich mit allen Stufen des Klimatickets starten – also 1 Euro pro Tag für ein Bundesland, 2 Euro für zwei Bundesländer und eben 3 Euro für ganz Österreich.

Gewessler will "gute und gerechte Lösung für alle Beteiligten"

Die Einigung der westlichen Bundesländer mit dem Bund sieht Schleritzko nicht als richtungsweisend: Dort gehe es einerseits um erheblich geringere Fahrgastzahlen, andererseits müssten in der Ost-Region mit der Einführung des Klimatickets auch die Kapazitäten von Bus und Bahn deutlich ausgeweitet werden – zu den bereits 200.000 Jahreskartenbesitzern in NÖ werden wohl zehntausende weitere kommen.

Gewessler bleibt aber zuversichtlich, dass auch mit Niederösterreich eine Einigung erzielt werden kann: „Natürlich gibt es mit jedem Bundesland spezifische regionale Fragestellungen, die wir gemeinsam klären. Am Ende soll eine gute und gerechte Lösung für alle Beteiligten stehen.“ Deshalb werde der Bund die gesamten Kosten für die Einführung des österreichweiten Tickets übernehmen.

Und: Trotz der Komplikationen bleibt Gewessler dabei – das österreichweite Klimaticket wird heuer eingeführt. Die weiteren Stufen werden aber folgen, versichert die Ministerin: „Das Ticket ist erst fertig, wenn alle drei Stufen umgesetzt sind.“ Hier sei allerdings die Herausforderung, dass die Ausgangspositionen sehr unterschiedlich sind. Manche Bundesländer haben schon Regionaltickets, andere – wie Niederösterreich – noch nicht.