Wissen, woher das Essen kommt. In Kantinen und bei verarbeiteten Produkten soll Angabe ab 2021 verpflichtend sein.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:12)
Symbolbild
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Woher kommen die Zutaten der Nudeln auf meinem Teller und woher bezieht der Wirt ums Eck seine Milch? Zumindest die erste dieser Fragen soll ab nächstem Jahr leichter zu beantworten sein. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wurde in einem Entschließungsantrag des Nationalrats aufgefordert, eine Herkunftskennzeichnung von Milch, Fleisch und Eiern bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsverpflegung ab 2021 umzusetzen. Gefordert wird das seit Jahren auch in Niederösterreich.

Bisher schreibt die EU nur eine Kennzeichnung für bestimmte Lebensmittel vor – darunter verpacktes Fleisch, Obst und Gemüse, Olivenöl, Honig, Fisch, Eier oder Bio-Produkte. Bei verarbeiteten Produkten muss die Herkunft der Zutaten ebensowenig angegeben werden wie in der Gastronomie oder in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Kantinen.

Bauernvertreter sehen darin einen Nachteil für heimische Landwirte. „Nur eine nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung schafft eine Entscheidungsgrundlage und damit Sicherheit und Mehrwert für die Konsumenten und Bauern. Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung hier tätig wird“, sagt NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Durch diverse Initiativen sind in NÖ bereits erste Schritte erfolgt. So gibt es neben österreichweiten Gütesiegeln das Projekt „Gut zu wissen“ über die freiwillige Angabe der Herkunft von Fleisch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung. Vorreiter waren etwa die Kliniken Wiener Neustadt und Stockerau.

Diskussion auch über Speisen in der Gastro

Vielen geht die Kennzeichnung der Zutaten in verarbeiteten Produkten aber nicht weit genug. Die Grünen etwa fordern auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf Speisekarten. Die Gastro wehrt sich dagegen: „Das kann nur auf Freiwilligkeit beruhen“, meint WKO-Wirte-Sprecher Mario Pulker.

Eine Verpflichtung würde zu weiteren administrativen Belastungen für die von der Coronakrise besonders hart betroffenen Betriebe führen, meint er. Auch der Bauernbund setzt daher auf Freiwilligkeit in der Gastro, sagt Direktor Paul Nemecek.