ÖVP NÖ fordert vom Bund Schritte gegen Ärztemangel. Die ÖVP Niederösterreich erwartet von der künftigen Bundesregierung Schritte gegen den Ärztemangel. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner forderte in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Kienberg bei Gaming (Bezirk Scheibbs) erneut eine Verdoppelung der Medizin-Studienplätze.

Von APA / NÖN.at und Christian Eplinger. Update am 04. September 2019 (12:54)
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Erarbeitet wird eine neue Wirtschaftsstrategie 2025 für das Bundesland, sagte Mikl-Leitner nach einer Arbeitsklausur der ÖVP NÖ. Sie betonte dabei, dass die ÖVP sowohl Wahlkampf führt als auch parallel dazu intensiv für NÖ weiterarbeitet.

Niederösterreich sei ein Bundesland , das sowohl urbane Schwerpunkte setze als auch den ländlichen Raum forciere und in der neuen Wirtschaftsstrategie sowohl auf die Ökonomie als auch auf die Ökologie baut. "Diese beiden Bereiche müssen zusammen spielen, dann ist das sowohl ein Gewinn für unsere Wirtschaft als auch für Mutter Erde", sagte die Landeshauptfrau.

Lösungen für Hausärztemangel werden gesucht

Rund 50 Prozent der Hausärzte werden laut Mikl-Leitner in den kommenden zehn Jahren in Pension gehen, bei Nachbesetzungen von Stellen gebe es immer wieder Probleme. Es brauche daher mehr Ärzte.

Vor 20 Jahren habe es allein in Wien 2.000 Medizin-Studienplätze gegeben, heute seien es in ganz Österreich 1.680 bzw. abzüglich der 25 Prozent für nicht-österreichische Studenten 1.260, rechnete die Landesparteichefin der ÖVP Niederösterreich vor. Die Forderung nach einer Erhöhung der Medizin-Studienplätze werde auch vom ehemaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der NÖ Ärztekammer und vom NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger unterstützt, sagte Mikl-Leitner.

"Was wir seitens Niederösterreich tun können, das tun wir", betonte die Landeshauptfrau. So werden etwa die Studienplätze an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems von knapp 400 bis 2026 auf 600 aufgestockt. Als positiv hob Mikl-Leitner weiters hervor, dass Ärzte ab 1. Oktober andere Ärzte anstellen dürfen, zudem die Schaffung von Gesundheitszentren.

Es brauche zusätzliche Maßnahmen auf Bundesebene, betonte Mikl-Leitner. Neben einer Verdoppelung der Medizin-Studienplätze nannte sie als weitere Schritte die Schaffung von Stipendien mit Länder-Kontingenten, eine eigene Facharztausbildung für Allgemeinmediziner und die Erhöhung der Ausbildungsplätze sowie Maßnahmen zum Ausbau der Telemedizin.

"Wir wollen sowohl den ländlichen als auch den urbanen Raum entwickeln", führte die Landeshauptfrau in der Pressekonferenz bei Worthington Cylinders in Kienberg weiter aus. Niederösterreich soll zum "Zukunftsland mit Hausverstand" gemacht werden. Es gelte, aus Herausforderungen Chancen zu machen und diese zu nutzen. Niederösterreich habe sich in vergangenen zehn Jahren von der Wirtschaftsstruktur her stark gewandelt und sei Agrar- und Industrieregion, Technologie- und Forschungsregion sowie "auf einem sehr gutem Weg, Digitalisierungs-Vorzeigeregion und -land zu werden".

Heute gebe es mit insgesamt 116.000 Unternehmen um 60 Prozent mehr als vor 15 Jahren, die Zahl der Beschäftigten sei in diesem Zeitraum um 100.000 auf 620.000 gestiegen. Die Exportrate habe sich auf 23 Milliarden Euro fast verdoppelt - ebenso wie die Forschungsquote von aktuell zwei Prozent. Zudem habe Niederösterreich die höchste Kaufkraft in Österreich.

Die Wirtschaftsstrategie wird evaluiert und den künftigen Herausforderungen angepasst. Zentral seien fünf Zielrichtungen, so die Landeshauptfrau: Dezentralisierung mit Verlagerung von Arbeitsplätzen in ländliche Bereich, die Internationalisierung bleibe weiterhin wichtig,

Digitalisierung, innovative und qualitative Produkte und Dienstleistungen weiterhin zu stärken sowie Klima- und Umweltschutz wirtschaftlich zu nutzen. Im Bundesland "heißt es nicht Ökologie gegen Ökonomie, sondern wir wollen Ökologie und Ökonomie verbinden", betonte Mikl-Leitner. Vor dem Hintergrund einer von Experten erwarteten Konjunktureintrübung hielt sie auf Nachfrage fest: "Wir in Niederösterreich bereiten uns vor." Die neue Strategie soll noch in diesem Jahr präsentiert werden.

Weiters verwies Mikl-Leitner in der Pressekonferenz auf die Richtlinien der neuen Wohnbaustrategie, die mit 1. Oktober in Kraft treten. Diese beinhalten u.a. eine Verdoppelung der Förderdarlehen für Jungfamilien, den Vorrang für Niederösterreicher beim geförderten Wohnbau, einen Bonus in Abwanderungsregionen und die Belebung der Ortskerne.