Zwentendorf an der Donau

Erstellt am 23. November 2018, 11:25

von Christine Haiderer

Pernkopf: Erneuerbare Energie statt Atomkraft. Um Energie ging es bei einem Arbeitsgespräch zwischen den Landeshauptleute-Stellvertretern Stephan Pernkopf (NÖ) und Heinrich Schellhorn (Salzburg) in Zwentendorf.

Diskutierten über Energie: LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (NÖ), LH-Stv. Heinrich Schellhorn (S) und EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer.  |  Daniela Matejschek

Dort, wo vor 40 Jahren dank einer Volksabstimmung das Atomkraftwerk Zwentendorf nicht in Betrieb ging, und heute sauberer Sonnenstrom erzeugt wird, trafen sich die Landeshauptleute-Stellvertreter Stephan Pernkopf (NÖ) und Heinrich Schellhorn (Salzburg) zum Arbeitsgespräch.

Worum es ging? Unter anderem um Atomkraft. "Der Komplettausstieg aus der Atomkraft ist der einzige Weg", betont Pernkopf. "Daran sollten sich auch unsere europäischen Nachbarn ein Beispiel nehmen." Übrigens wurden in NÖ über 110.000 Unterschriften gegen den Ausbau des AKW Dukovany und gegen die Errichtung eines Atommüllendlagers an der NÖ-tschechischen Grenze gesammelt.

„Der Widerstand gegen das seinerzeit fertig gebaute Atomkraftwerk war unglaublich wichtig und richtig", bestätigt ihn Schellhorn. "Tschernobyl und Fukushima haben uns die lebensbedrohlichen Risiken der Atomenergie dramatisch vor Augen geführt.“

Erneuerbare Energie

Wie sollte Energie statt dessen sein? „In Niederösterreich sind wir sehr stolz darauf, dass wir unseren Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie decken. Damit sind wir Klima-Vorbild in Europa und der Welt", so Pernkopf. Das bedeutet aber auch viel Arbeit. Über Wissen und Erfahrungen kann man sich mit anderen austauschen. So wurden in den letzten Jahren  Partnerschaften mit Kalifornien, Baden-Württemberg und der schwedischen Provinz Västernorrlands

geschlossen, wo ein Weinviertler Unternehmen sogar rund 60 Windräder aufstellt. Arnold Schwarzenegger wurde zum NÖ Energiebotschafter ausgezeichnet, genauso wie vor kurzem  der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer.

Eine wichtige Energieform ist die Windkraft.  „Mit der jährlichen Stromproduktion aller niederösterreichischen Windräder könnten wir über 900.000 Haushalte mit Strom versorgen", so Pernkopf. Für den Schutz des Klimas und Wertschöpfung im Land. Und: Wie sieht es in Salzburg aus? 

„Die Windkraft ist in Salzburg bisher ein ungenutztes Potential", erläutert Schellhorn. "Das Potential für die Erzeugung von Windenergie ist in Salzburg sicher kleiner, aber es ist vorhanden."  Er sieht Niederösterreich als Vorbild und betont, wie wertvoll der Austausch untereinander ist.